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Quickborner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 06:53 Uhr

Quickborn : Mehr Geld für den Spracherwerb

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

SPD-Bundestagsabgeordneter Ernst-Dieter Rossmann fordert finanzielle Hilfe für Flüchtlinge. Lob für Quickborns Verwaltung.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Quickborn | Der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst-Dieter Rossmann hat mehr Geld für den Spracherwerb von Flüchtlingen und Asylbewerbern gefordert. „Wir finden, dass in dieser Hinsicht finanziell noch mehr Unterstützung geleistet werden muss“, sagte Rossmann anlässlich eines Besuchs bei Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). „Wenn Asylbewerber nach drei Monaten arbeiten dürfen, dann sollten sie auch vorher die Sprache gelernt haben können“, begründete Rossmann die Notwendigkeit der Sprachkompetenz während des anschließenden Pressegesprächs im Rathaus.

Angesichts der Tatsache, dass 240 Millionen im Bundeshaushalt dazu veranschlagt seien, müsse hier etwas geschehen. Länder und Bund sollten zusammen die notwendigen Mittel bereitstellen, „auch um Kommunen wie Quickborn zu entlasten“.

Kai Vogel, SPD–Landtagsabgeordneter aus Pinneberg, pflichtete seinem Parteigenossen bei. Trotz der angespannten finanziellen Lage sei das Land in der Pflicht, gerade im Bereich Spracherwerb. Allerdings komme die Regierung dieser mit der Einstellung weiterer 240 Lehrer für Spracherwerb und DaZ (Deutsch als Zweitsprache) nach. Quickborn sehe er in diesem Bereich gut aufgestellt, sagte Vogel, machte aber auch klar, was die für das Jahr 2015 erwarteten 20.000 Flüchtlinge für Schleswig-Holstein – und damit auch für die Eulenstadt – mit sich bringen: „Es müssen künftig deutlich mehr Kinder eingeschult werden.“

Auf 50 bezifferte Burkhard Arndt, Leiter des Fachbereichs Bildung, die Zahl für Quickborn. Dies sei jedoch ein „örtlich übergreifendes Thema“, da auch Schüler aus angrenzenden Kommunen Quickborner Schulen besuchten. „Deshalb werden es eher mehr als weniger“, sagte Arndt. „Das ist ein Thema, das schwer zu bewältigen sein wird“, ergänzte Köppl.

Dies gilt aus Sicht der Verwaltung nach wie vor auch für die kurzen Fristen bei Zuweisungen neuer Asylbewerber. Teilweise müssen Kommunen in Schleswig-Holstein innerhalb von zehn Tagen reagieren, nachdem sie einen Bescheid erhalten haben (diese Zeitung berichtete). Diese Praxis solle sich laut Vogel dank der am vergangenen Mittwoch neu eröffneten Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt bei Neumünster ändern. Dort könnten Menschen wieder bis zu sechs Wochen untergebracht werden.

„Boostedt ist ein erster Schritt“

Diese Absicht bekräftige Rossmann: „Sechs Wochen in der Erstaufnahme sind das Ziel. Boostedt ist dafür ein erster Schritt.“ Volker Dentzin, Leiter des Fachbereichs Einwohnerangelegenheiten betonte: „Nicht nur wir als Kommune brauchen Vorlauf, sondern vor allem auch die Menschen selbst.“

Dabei ginge es zum Beispiel um die medizinische Versorgung und das mentale Einstellen auf die neue Lebenslage von Flüchtlingen. „Wenn innerhalb dieser Zeit auch die Asylanträge bearbeite werden können, ist das positiv“, befand Dentzin.

Generell sprach Rossmann der Quickborner Verwaltung Respekt und Anerkennung für den Umgang mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen aus: „Hier wird eine große Leistung erbracht, die über das Pflichtmaß hinausgeht. Wir registrieren das positiv, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.“

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