Quickborner Stacking-Team : Medaillenregen für Becherstapler

Übung macht den Meister: Das Team trifft sich jeden Freitag ab 17 Uhr  im  Awo-Treff. Immer mit dabei:   Jasmin Heckmann, die frisch gekürte Europameisterin (Zweite von rechts).
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Übung macht den Meister: Das Team trifft sich jeden Freitag ab 17 Uhr im Awo-Treff. Immer mit dabei: Jasmin Heckmann, die frisch gekürte Europameisterin (Zweite von rechts).

Die neunjährige Jasmin Heckmann ist die neue Europameisterin im Würfelbecherstapeln. Jetzt soll die Reise zur WM nach Südkorea gehen.

shz.de von
22. November 2013, 12:00 Uhr

Für die meisten sind es nur schnöde Würfelbecher aus Plastik. Doch wenn Jasmin Heckmann (9) mit atemberaubendem Tempo ihre Becher in unterschiedlichen Formen auf- und noch schneller wieder abstapelt, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Bei der Europameisterschaft in Mühlheim an der Ruhr kannte sie nur ein Ziel: Aus zwölf Bechern eine Pyramide auf- und wieder abzustapeln. Und das so schnell wie möglich und in der festgelegten Reihenfolge drei, sechs, drei. Sie schaffte die Aufgabe in 3,65 Sekunden vor ihren Konkurrentinnen und wurde mit dieser Rekordzeit Europameisterin.

Doch auch die Leistungen der anderen Quickborner Team-Mitglieder können sich sehen lassen: Mit 29 Platzierungen auf den vorderen Plätzen gab es einen Medaillenregen: darunter auch viele Gold-, Silber- und Bronzeplaketten.

„Da haben wir richtig was abgesahnt“, sagt Mario Kern mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Er gründete mit seinen Söhnen Patrick und Daniel 2010 das Sport Stacking Team Quickborn und betreut die Gruppe erfolgreich.

Patrick Kern dürfte den Quickbornern kein Unbekannter mehr sein: In der ARD-Show „Olympiade der verrückten Ideen“ stapelte der Student jüngst statt Becher Würfel auf Würfel, scheiterte jedoch gegen den Kontrahenten aus Bayern. Diese Niederlage machte er bei der Europameisterschaft wieder wett: Patrick und sein Vater wurden Vizemeister in der Stacking-Disziplin Eltern/Kind/Doppel.

Der Einstieg in den Sport ist einfach und recht billig. Das Becher-Set kostet etwa fünf Euro. Eigentlich braucht man nur ein wenig Geduld und Fingerspitzengefühl. Übung macht aber auch bei der Becher-„Hochstapelei“ den Meister. „Vor der Europameisterschaft habe ich sehr viel trainiert“, sagt Heckmann, doch der Spaß am Stacking steht bei ihr und den anderen Mitgliedern im Vordergrund, was beim Training im Awo-Treff deutlich wird..

Außer dem Spaß hat Sport-Stacking, das vor etwa 20 Jahren in den USA erfunden wurde, auch einen Nutzen. „Es stärkt die Augen-Hand-Koordination und die Verknüpfung beider Hirnhälften“, weiß Kern. Dadurch – das haben auch Wissenschaftler herausgefunden – wird die Fingerfertigkeit trainiert, was den Einsatz beider Gehirnhälften aktiviert. Dieses abwechselnde Arbeiten beider Gehirnhälften lässt sogar bei längerer Ausübung des Sports neue Nervenfasern wachsen. Die positive Folge: Man kann besser und schneller lernen.

Auf den bisherigen Erfolgen wollen sich die „Hochstapler“ aus Quickborn allerdings nicht ausruhen. Das nächste Ziel: Die Weltmeisterschaft in Südkorea. Doch dafür müssen die Mitglieder sich bei den Deutschen Meisterschaften der WSSA (World Sport Stacking Association) qualifizieren. Dort wird entschieden, wer Deutschland vertreten darf. „Es wird schwierig, weil es ein Ein-Tag-Turnier in Süddeutschland ist und wir keinen Sponsor für Übernachtungen haben“, sagt Mario Kern. Deswegen will er sich dafür einsetzen, das Turnier mal nach Norddeutschland zu holen.

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