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Quickborner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 01:20 Uhr

Quickborn : „Man kommt nicht zur Ruhe“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Große Nachfrage bei der Workshop-Reihe zum Thema Social Media im Haus der Jugend in Quickborn. Beim Game-Treff können Eltern Spiele testen.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Quickborn | Dass das Internet scheinbar grenzenlos ist, erfahren viele Menschen am eigenen Leib. Besonders deutlich wird das beim sogenannten Cyber-Mobbing. „Anders als beim normalen Mobbing macht es an der Haustür nicht halt“, sagt Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse. Ein Workshop in der vergangenen Woche war deshalb vor allem an Eltern gerichtet, die Möglichkeiten zum Umgang mit den Gefahren des Internets lernen wollten. Denn oft seien Opfer selbst, aber auch Erziehungsberechtigte hilflos. „Selbst wenn man mal nicht weiß, was zu tun ist, kennt man dann immerhin die richtigen Anlaufstellen“, so Hesse. Aber nicht nur Cyber-Mobbing, auch Internet- oder Spielsucht können zu Problemen führen.

Gemeinsam mit dem Jugendschutz Kreis Pinneberg, dem Rotary Club Quickborn und der ATS-Suchtberatungsstelle veranstaltet die Stadtjugendpflege in diesem Jahr eine großangelegte Social Media-Reihe im Haus der Jugend, Ziegenweg 3. Am Mittwoch, 25. Februar, findet deshalb der zweite Workshop der Reihe statt: Beim Game-Treff können Lehrer, Schulsozialarbeiter, aber auch Eltern Spiele testen. „Dabei fangen wir etwa mit harmlosen ‚Die Schlümpfe-Spielen‘ an und steigern uns dann bis hin zum Ego-Shooter ‚Counterstrike‘“, so Jörn Folster vom Jugendschutz Kreis Pinneberg. Für ihn ist es schon der dritte Game-Treff im Kreis, und die Nachfrage ist anhaltend groß. „Oft sind die Eltern beim Ausprobieren der Spiele begeistert und erleben die Faszination ihrer Kinder am eigenen Leib“, erklärt er.

Dabei kooperieren die Veranstalter des Treffs mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein, der durch die richtige Hardware dafür sorgt, dass auch das Spiele-Erlebnis bei sogenannten „Lan“-Spielen, also dem gemeinsamen Spielen mit anderen vernetzten Gamern, gewährleistet ist. „Oft ist das Spiel dann auch besonders durch den Kontakt zu anderen Spielern“, so Folster weiter. Er und seine Workshop-Kollegen wollen das Bewußtsein der Eltern zudem für die Gefahren schärfen, die durch die Anonymität vieler Nutzer entstehen können.

Aber auch bei der Dauer der PC-Nutzung ihrer Kinder seien Eltern oft verunsichert. „Viele fragen: Wie lange soll mein Kind spielen dürfen?“, sagt Folster. Das Frage sei nicht allgemein zu beantworten. „Wir appellieren daran, die Kinder zu beobachten – verliert es sich im Spiel, lassen die schulischen Leistungen nach?“, sagt er. Denn nicht nur Spiele, sondern auch diverse Apps auf Smartphones hätten einen enormen Aufforderungscharakter. „Man kommt nicht zur Ruhe“, erklärt Folster und fügt an: „Oft entsteht ein regelrechter Zwang, sich mit Handy und PC zu beschäftigen“. Dann sei es wichtig, mit den Kindern und Jugendlichen in den Dialog zu kommen. Die Workshops der Reihe „Social Media“ können dabei hilfreich sein. „Informationen gibt es zwar zur Genüge“, weiß auch Stadtjugendpflegerin Hesse, „aber Fragen und Strategien können in der gemeinsamen Runde besser erarbeitet werden.“

Workshops - die Termine:
25. Februar: Game-Treff; für Lehrer/Schulsozialarbeiter 15 bis 17.30 Uhr; für Eltern 19 bis 21.30 Uhr.
25. März: Computer-/Internetsucht, Infoabend für Eltern, Lehrer und Interessierte, 19.30 bis 21.30 Uhr.
29. April: Web-Treff – praktische Einführung in soziale Medien, Netzwerke und Jugendschutzfilter; für Eltern 19.30 bis 21.30 Uhr.
Die Teilnahme an den einzelnen Workshops ist kostenlos, verbindliche Anmeldung per E-Mail an jugend@quickborn.de.
Weitere Informationen gibt es im Internet: www.stadtjugendpflege-quickborn.de
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