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Vernissage provoziert Austritt : Malerin Ingeborg Körber kehrt Kunstverein vor der Eröffnung der „Galerie VB“ den Rücken

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mitte Juli fand die Gründungssitzung des neuen Kunstvereins in Quickborn statt – drei Monate später sind die ersten beiden Mitglieder bereits ausgetreten.

Quickborn | Mitte Juli fand die Gründungssitzung des neuen Kunstvereins in Quickborn statt – drei Monate später sind die ersten beiden Mitglieder bereits ausgetreten. Ingeborg Körber und ihr Mann Hans-Joachim Hein, Betreiber des Ateliers „Kunst und Pferd“ am Klingenberg, haben der Organisation um die Vorsitzende Marianne Gehrke den Rücken gekehrt, ehe das erste Projekt realisiert worden ist: die Eröffnung der „Galerie VB“ am Freitag, 23. Oktober, ab 19 Uhr in der Dorotheenstraße 5.

Eben diese Räumlichkeiten in dem Gebäude der ehemaligen VR-Bank, genauer deren Nutzung, waren der Stein des Anstoßes. Nicht nur für die Malerin Ingeborg Körber, sondern auch für ihre malende Freundin Anita Schreiber, die allerdings dem Verein noch angehört. Als sie von der Absicht erfuhr, einen Kunstverein zu gründen, sei ihre Freude groß gewesen, berichtet Körber. „Ich dachte, ich bin am Ziel meiner Wünsche“, sagt die 72-Jährige, die seit Jahrzehnten in Quickborn lebt und arbeitet und ihr „Leben lang künstlerisch tätig“ ist.

Vernetzung, Austausch, Projekte – alles schien ihr und Schreiber möglich. Erst recht, als sie von den Räumen in der Dorotheenstraße hörten, die die Volksbank Pinneberg-Elmshorn sechs Monate lang mietfrei zur Verfügung stellt. „Aber bei uns kam an, dass es Räume sind, die für den Kunstverein angemietet werden sollen, von einer Galerie war da nicht die Rede“, erklären beide unisono. „Wir wollten etwas anderes. Es hätte die Zukunft der Räume besprochen werden müssen, ganz demokratisch.“ Von den Plänen, die Marianne Gehrke und ihr Mann Edwin Zaft, Betreiber des Offenen Ateliers, mit der „Galerie VB“ verfolgen – Künstler mit Ruf über Quickborner und Kreis Pinneberger Grenzen hinaus auszustellen –, hätten Körber und Schreiber spät erfahren. Erst, als sie bei Zaft angefragt hätten, ob sie Werke von sich in den neuen Räumlichkeiten präsentieren könnten – und sich Absagen einhandelten. „Es ist klar, dass der Kunstverein nicht nur Künstler aus Quickborn ausstellt. Aber das sollte ein Beschluss des Kunstvereins sein und nicht von Herrn Zaft allein“, sagt Schreiber.

Wenig Verständnis bei Marianne Gehrke

Diese Sichtweise kann Marianne Gehrke nur bedingt nachvollziehen. „Die Verhandlungen mit der Volksbank habe ich im Mai geführt – da war von einem Kunstverein noch gar nicht die Rede“, hält sie fest. Die Gründungssitzung des Vereins habe am 15. Juli stattgefunden – und damit fünf Wochen nach der Einigung mit dem Geldinstitut, so Gehrke, die zudem betont: „Verhandlungsführerin war immer ich, Verhandlungspartner immer das Offene Atelier.“ Und damit Edwin Zaft. „Er hat unterschrieben und er tritt als Kurator auf“, betont Gehrke. Das Ziel sei klar. „Die neue Galerie soll Kunst zeigen, die die Quickborner sonst nicht sehen. Es geht uns um eine Eröffnungsausstellung, die ein ,Wow‘ erzeugt“, erklärt Gehrke. Wenn dabei Werke von Künstlern mit Quickborn-Bezug wie Rudi Kargus, Alice Kaufmann und Zaft selbst zu sehen sind, entspreche das deren Status „als internationale Schwergewichte“ und der Erfüllung von „Qualitätsstandards“, betont die Kunstvereinsvorsitzende. In diesen „Zugpferden“ sieht Gehrke einen Gewinn für alles, was in den Folgemonaten in der neuen Galerie passiert: „Wenn diese Künstler in der Galerie ausstellen, wird sie doch viel interessanter. Schließlich wertet es doch jeden Künstler auf, der danach dort hängt.“

Bei der künftigen Ausgestaltung der Räumlichkeiten hat der Kunstverein laut Gehrke „selbstverständlich Mitspracherecht“ – was für lokale Künstler die Möglichkeit darstelle, ihre Werke in der Galerie zu präsentieren. Für den 28. Oktober hat Gehrke eine außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt, um auch über dieses Thema zu sprechen. Zumal sie erst kürzlich den Bescheid vom Finanzamt Itzehoe erhalten habe, dass die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkannt worden sei, so Gehrke. Bei der Versammlung wird Anita Schreiber eventuell dabei sein, Ingeborg Körber nach ihrer Kündigung nicht mehr. „Ich hätte mir gewünscht, dass betont wird, man ist ein Kunstverein und keine Galerie in Hamburg-Eppendorf“, sagt die Malerin.

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erstellt am 17.Okt.2015 | 15:00 Uhr

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