Kampf um den Erhalt der Goethe-Schule : Liberale in Quickborn geben sich geschlagen

Die Lücke soll geschlossen werden: Zwischen dem Elsensee-Gymnasium (l.) und der ehemaligen Realschule Heidkamp soll ein Verbindungsbau entstehen.
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Die Lücke soll geschlossen werden: Zwischen dem Elsensee-Gymnasium (l.) und der ehemaligen Realschule Heidkamp soll ein Verbindungsbau entstehen.

Die FDP scheitert mit dem Antrag zur Aufschlüsselung der Sanierungskosten. Krämer: Wir bekommen weniger Schule für vielleicht mehr Geld.

shz.de von
17. Juli 2015, 10:00 Uhr

Quickborn | Die Quickborner FDP gibt sich im Kampf um den Erhalt der Goethe-Schule an ihrem bisherigen Standort geschlagen. „Man muss Niederlagen auch anerkennen. Wir haben den letzten Versuch unternommen, den Umzug zu verhindern und sind damit gnadenlos gescheitert“, sagte Fraktionsvorsitzende Annabell Krämer gestern im Gespräch mit dem Quickborner Tageblatt.

Am Dienstagabend hatten die Ausschüsse für Bildung, Kultur und Freizeit sowie für kommunale Dienstleistungen in ihrer gemeinsamen Sitzung den Antrag der FDP beraten, die Kosten für die Sanierung des Schulzentrums Süd in Verbindung mit dem Umzug der Goethe-Schule aufzuschlüsseln. Das Ziel der Liberalen, die als einzige Quickborner Partei den Schulelternbeirat in seinem Kampf für den Standort-Erhalt unterstützen, war kein Geringes: einen seit Jahren bestehenden politischen Beschluss rückgängig zu machen.

„Wir sollten ohne Zweifel klären, dass der Erhalt der Goethe-Schule und die alleinige Nutzung des Schulzentrums Süd durch das Elsensee-Gymnasium nicht doch die günstigere Alternative ist“, begründete Ines Glatthor den Antrag ihrer Fraktion und präsentierte Politikern und Verwaltungsvertretern eine Rechnung, nach der für die Sanierung der als marode geltenden Goethe-Schule inklusive Turnhalle Kosten in Höhe von zirka fünf Millionen Euro anfielen. Nach dieser Kalkulation würde die Stadt von den für das Schulzentrum Süd eingeplanten 15,4 Millionen Euro knapp neun Millionen einsparen, da dann der grundschulgerechte Ausbau der Einrichtung und des Geländes an der Heidkampstraße wegfielen.

Doch aus den Wortmeldungen von CDU, SPD und Verwaltungsvertretern ging hervor: Mit ihrem Ansinnen steht die FDP weiterhin allein auf weiter Flur. „Es gibt einen ,point of no return‘ – der ist hier längst überschritten. Der Rückweg wäre sehr viel teurer“, sagte Karl-Heinz Marrek (SPD). Bürgermeister Thomas Köppl verwies erneut auf den aktuellen Zustand der Goethe-Schule: „Energetisch, elektrisch, Brandschutz, Wärmedämmung – die Schule wäre erst auf Rohbauniveau zurückzubauen. Sie ignorieren die Zahlen, wir haben es aus allen Blickwinkeln berechnet.“ Aus seiner Sicht seien alle Sanierungsaufwendungen „durchdekliniert“ worden.

Das rief Krämer auf den Plan, die erwiderte: „Wir haben gesagt, dass uns die Zahlen nicht in die Lage versetzen, die Situation zu bewerten.“ Die FDP-Frau hielt abschließend fest, was der geplante Umzug der Goethe-Schule ihrer Ansicht nach zur Folge hätte: „Wir pferchen zwei Schulen auf einem Standort zusammen – das ist nicht zukunftsgerecht. Wir kriegen auf diese Weise weniger Schule für vielleicht mehr Geld.“ Aber auch der Schluss-Appell von Glatthor für mehr Kostentransparenz änderte nichts mehr – beide Ausschüsse lehnten den FDP-Antrag ab.

„Wir haben uns um Kostentransparenz bemüht, aber wenn diese Bereitschaft nicht vorhanden ist, müssen wir das einsehen und das Beste daraus machen. Und das heißt: bestmögliche Bedingungen für die Goethe-Schule am neuen Standort zu schaffen“, kommentierte Krämer die Entscheidung der Ausschüsse.

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