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Quickborner Tageblatt

20. August 2017 | 01:12 Uhr

Quickborn : Lesung auf Plattdeutsch

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Hella Neddermeyer liest aus Fritz Reuters Roman „Dörchläuchting“.

Quickborn | „Ick weit einen Eikbom“ schrieb Fritz Reuter (1810 - 1874) und meinte damit die niederdeutsche Sprache, die „von Pommern bet Nedderland“ reicht. Der König des Plattdeutschen hat viel zu bieten. Am Donnerstag, 9. Oktober, liest die Quickbornerin Hella Neddermeyer in der Buchhandlung Theophil aus dem Roman „Dörchläuchting“ von Reuter. Beginn ist um 19 Uhr.

„Außer Klaus Groth gehört Fritz Reuter zu den großen plattdeutschen Schriftstellern. Reuter liegt mir allerdings mehr. Er ist ein bisschen heiterer“, sagt Neddermeyer. „Dörchläuchting“, zu Deutsch „Durchlaucht“ ist eine Satire auf die räumliche wie geistige Enge in Mecklenburg, in deren Mittelpunkt ein Fürst steht, der sich vor Vielem fürchtet. Sein Name: Adolf Friedrich IV, der von 1752/53 bis 1794 regierender Herzog des Landesteils Mecklenburg-Strelitz war.

Mit der Romanfigur hat er allerdings wenig zu tun: „Der Herzog in dem Roman hat vor fast allem Angst: Vor Frauen, Spuk und Hexen“, berichtet Neddermeyer. Obwohl Reuters Sprache viele Eigenheiten des Mecklenburgischen aufweist, fiel es Neddermeyer leicht, ihn zu lesen: „Wenn ich Reuter lese, wird daraus unweigerlich mein eigenes Plattdeutsch“, sagt Neddermeyer, die in Hamburg aufwuchs und 1961 nach Quickborn kam. Im Wesentlichen wird sie aus dem ersten Kapitel vortragen. Dass die Sonderschullehrerin diese Lesung hält, ist einem besonderen Umstand zu verdanken: Während des Eulenfests gab es – anders als in den Jahren zuvor – keine plattdeutsche Lesung mit Neddermeyer und Pit Dwinger. „Das habe ich bedauert“, sagt sie.

Während eines Gesprächs im Kreis der Geschichtswerkstatt schlug Irene Lühdorff vor, in der Buchhandlung zu lesen. Selma Theophil, Eigentümerin der gleichnamigen Buchhandlung, fand die Idee charmant und lädt nun zusammen mit der Geschichtswerkstatt dazu ein.

„Ich lese zum ersten Mal aus einem Roman“, sagt Neddermeyer, die sich seit Jahren für den Erhalt des Plattdeutschen einsetzt. „Es ist eine ehrliche Sprache.“ Dass der Schriftsteller Reuter heute vielen nicht mehr bekannt ist, bedauert Neddermeyer. „Das ist Weltliteratur“, betont sie. Und davon können sich die Besucher der Lesung am Donnerstag selbst überzeugen.

Die Lesung am Donnerstag, 9.Oktober, in der Buchhandlung Theophil, Klöngasse, beginnt um 19 Uhr. Helga Hemmie (Altflöte), Monika Cirkler (Klavier) und Ilse Bartling (Fagott) spielen zudem Musik von Händel. Während der Pause werden Tee und Kekse gereicht. Der Eintritt kostet drei Euro. Reservierungen sind unter Telefon 04106-66464 möglich.
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erstellt am 07.Okt.2014 | 10:00 Uhr

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