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„Wir brauchen mehr Sozialarbeit“ : Leiterin des Quickborner Daz-Zentrums über die Herausforderungen im Umgang mit Flüchtlingskindern

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Uta Schmidt-Lewerkühne ist die Leiterin des Quickborner Daz-Zentrums. Sie erklärt die tägliche Arbeit und die Herausforderungen im Umgang mit Flüchtlingskindern.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 12:15 Uhr

Quickborn | „Ausgestattet ist unser DaZ-Zentrum sehr gut“ – so lautete das Gesamtfazit von Uta Schmidt-Lewerkühne, Rektorin der Quickborner Grundschule Mühlenberg, zugleich Zentrum für Deutsch als Zweitsprache (Daz), während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Freizeit. Eine große Bitte äußerte sie dennoch: „Häufig haben die Flüchtlingskinder ein wenig hilfreiches Sozialverhalten. Bei einigen Kindern müssen wir uns an das Jugendamt wenden, da sie große Not leiden in den Familien. Für die Erfüllung dieser Arbeit brauchen wir dringend mehr Stunden Sozialarbeit.“

Für viele Kinder ist Deutsch nicht mehr die Muttersprache. Momentan werden 33 Kinder in zwei Lerngruppen betreut. In der Regel bleiben die Kinder für ein Jahr in der Daz-Klasse.

Ein Problem ist laut Schmidt-Lewerkühne der Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern. „Sie können häufig mit dem Deutschlernen noch gar nicht beginnen, da alles und sie verängstigt. Hinzu kommt ein Kulturschock“, berichtete die Schulleiterin.

Bisher sei die Sozialarbeiterin Nadine Käbel für die Grundschule und das Elsensee-Gymnasium zuständig. „Insgesamt arbeitet sie 30 Stunden in der Woche. Zehn davon ist sie bei uns – das reicht bei Weitem nicht aus“, betonte Schmidt-Lewerkühne. Käbel habe bereits ohne die Daz-Kinder mehr als genug zu tun. Auch die Ausschussmitglieder, die zu dieser Sitzung in der Mühlenbergschule zusammengekommen waren, sahen die Notwendigkeit der Verbesserung. „Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Schulsozialarbeit eine ganz wichtige Sache ist, die wir unterstützen müssen“, betonte Andreas Torn (CDU). Seine Parteikollegin Katrin Schönebein plädierte für schnelles Handeln. Der Ausschuss verständigte sich darauf, die Verwaltung zu bitten, so bald wie möglich einen Vorschlag zum Ausbau der Schulsozialarbeit vorzulegen.

Schmidt-Lewerkühne nutzte die Gelegenheit, um den Ausschussmitgliedern einen Einblick in das Daz-Zentrum zu geben und die Räumlichkeiten zu präsentieren. Das Zentrum ist zuständig für Schüler aus Quickborn, Hasloh, Bönningstedt, Borstel-Hohenraden und weitere umliegende Dörfer. Momentan werden laut Schmidt-Lewerkühne 33 Kinder in zwei Lerngruppen betreut. In der Regel blieben die Kinder für ein Jahr in der Daz-Klasse, so die Schulleiterin.

Anfang bei „komplett null“

Eingeplant sind Lehrerzuweisungen von 40 Stunden für den Unterricht der Gruppen, drei Stunden für die Koordination des Zentrums sowie fünf Stunden für Sprachförderer der Kinder in der Aufbaustufe. „Wir fangen bei einigen Kindern komplett bei null an. Viele waren noch nie auf einer Schule und kennen den ganzen Ablauf noch nicht“, erklärte Schmidt-Lewerkühne.

Um den Schülern den Übergang in die Regelschule zu erleichtern, hätten sie nach etwas längerem Aufenthalt in einer DaZ-Klasse die Möglichkeit, in einigen Fächern am Unterricht in den Stammklassen teilzunehmen. Dabei sind die Raumkapazitäten bereits erschöpft. So ist eine Klasse derzeit im benachbarten Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium untergebracht. Mit der Ausstatttung sei sie indes sehr zufrieden, sagte Schmidt-Lewerkühne. „Wir haben viele spezielle Unterrichtsmaterialien anschaffen können, wie Bilderwörterbücher, Logico-Karteien, Wort-Bild-Karten und Sprachbücher“, berichtete die Leiterin. „Wir tun unsere Arbeit gern. Die Lernerfolge der Kinder machen uns täglich glücklich. Es ist aber eine herausfordernde Aufgabe“, resümierte die Schulleiterin abschließend.

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