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Quickborner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 13:42 Uhr

Quickborn : Lehrer-Nachlass fasziniert Schüler

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Verstorbener Kunstlehrer des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, Christof Fellinghauer, fertigte jahrzehntelang Porträts an.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 17:00 Uhr

Quickborn | Unscheinbar sieht das Einzelhaus am Langen Kamp in Norderstedt aus. Es lässt nicht vermuten, dass dort ein umfangreicher Bilder-Nachlass des 2013 verstorbenen Kunstlehrers Christof Fellinghauer lagert. Vom Keller bis zum Atelier unter dem Dachfenster befindet sich ein umfangreiches Vermächtnis seines künstlerischen Wirkens, darunter Hunderte Portraits ehemaligen Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Quickborn, an dem er jahrzehntelang als Kunstlehrer wirkte. Diese Bilder gab der Künstler jedoch niemals aus der Hand. Das erklärt auch das überwältigende Interesse an einer Besichtigung, zu der die 84-jährige Nachlass-Erbin Lydia Simon eingeladen hatte.

Zu den Interessierten gehörten nicht nur ehemalige Schüler, sondern auch deren Eltern und Lehrer-Kollegen, darunter Lutz Krüger (74), der ab 1972 am dem Gymnasium unterrichtet hatte. Er schätzte den verstorbenen Kunstlehrer als einen „ruhigen in sich gekehrten Kollegen, der bei seinen Schülern sehr beliebt war“. Auch der pensionierte Quickborner Lehrer Uwe Schönebein, der ab 1974 am Gymnasium unterrichtete, interessierte sich für die Zusammenkunft und hoffte, bekannte Schüler zu treffen.

Der Großteil der Portraits lag zusammengefasst in Mappen. Die Besucher konnten sie im Wohnzimmer und in der Küche sichten. Bei der Suche assistierte Tochter Hiltrud Simon oft mit Erfolg. So gelang es den Eltern von Hans-Jürgen und Ruth Busche, zwei Bilder ihrer Tochter Annika zu entdecken, die ungefähr aus dem Jahre 2003/2004 stammen. „Echt Wahnsinn!“, rief Maren Wollak (27) aus, die eine Kohlezeichnung und ein Ölbild auf Leinwand erstehen konnte. Sie erinnert sich, dass die Bilder im Jahre 2006 entstanden sind.

Verschenken wollte die Familie Simon die Kunstwerke nicht, andererseits aber auch kein „Geschäft“ damit machen, betonte Lydia Simons Sohn. „Wir verkaufen die Bilder, damit die Interessenten auch einen gewissen Wert der Portraits erkennen“, sagte er. Die Preise lagen zwischen 50 und 150 Euro. „Einen Teil der Einnahmen wollen wir der Lebenshilfe spenden“, kündigte er an.

Ob sich ehemalige Schüler für die Organisation einer Kunst-Ausstellung in Quickborn oder sogar die Einlagerung des Nachlasses finden, ist noch ungewiss. Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte die Schulleiterin des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnsiums, Angelika Lahrs: „Das ist eine unheimliche Arbeit, die wir als Schule nicht leisten können. Sollte es aber eine Veranstaltung in Quickborn geben, die auch in unseren Räumen stattfinden kann, würden wir das begrüßen.“

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