Leere Reihen bei Schuldiskussion

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) und der SPD-Landtagskandidat Helge Neumann besuchten Quickborn.
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Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) und der SPD-Landtagskandidat Helge Neumann besuchten Quickborn.

Wahlkampf Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) und SPD-Landtagskandidat Helge Neumann diskutierten mit Bürgern

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25. März 2017, 16:00 Uhr

16 Bürger wollten am Donnerstag in Quickborn hören, was Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zu sagen hat. Der SPD-Ortsverein hatte zu einer Diskussion über „Gute Bildung für Quickborn“ mit ihr und dem SPD-Landtagskandidaten Helge Neumann in die Comenius-Schule eingeladen.

Etwa 30 Minuten lang führte Ernst die Erfolge der SPD-geführten Landesregierung in der Bildungspolitik aus – sie habe etwa die Streichung von 2000 Lehrerstellen verhindert, die Grundschulen mit 650 schulischen Assistenzen ausgestattet, eine externe Schulevaluation wieder eingeführt, Lehrer im Unterrichten mit digitalen Medien geschult, und Jugendberufsagenturen eingerichtet. An einer anschließenden Diskussion beteiligten sich acht Besucher, darunter die Vorsitzende der Quickborner SPD-Fraktion Astrid Huemke, der SPD-Ortsvorsitzende Jens-Olaf Nuckel, die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Ingrid Cloyd-Nuckel (SPD), und die Vorsitzende des Sozialausschusses, Annabell Krämer (FDP). Ralf Warns, Schulelternbeirat der Comenius-Schule, sagte: „Die Eltern und Lehrer trauern schon dem dreizügigen Schulsystem hinterher.“ Die ersten 15 Minuten einer Schulstunde benötigten die Lehrer, um für Ruhe zu sorgen. Maximal 25 Minuten Unterricht seien möglich. Ernst warnte davor, das dreigliedrige System zu verklären. „In den 60er-Jahren hatten wir 30 bis 40 Prozent Hauptschüler, viele aus ordentlichen Elternhäusern“, sagte sie. Der Anteil sei auf zwölf bis 14 Prozent gesunken. Ein Eingreifen sei überfällig gewesen. „Wenn man nur die zusammenpackt, die den Faden verloren haben, wird es kein guter Unterricht“, sagte sie und riet von einer erneuten Änderung des Schulsystems ab.

Maria Schmidt, Lehrerin des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Quickborn, bemängelte: „Unterstützende Personen, die an Schulen kommen, werden mitunter sehr plötzlich eingefügt.“ Sie wünsche sich mehr Struktur. Ernst führte aus, dass Schulen zurzeit mit anderen Trägern kooperieren müssten, sodass verschiedene Zuständigkeiten einander gegenüberständen. Eine gute Alternative sei in Lübeck zu sehen, wo Schulen und Freie Träger Schulhelfer-Pools bilden.

Der Hemdinger SPD-Gemeindevertreter Bernd Sommer beklagte einen Mangel an männlichen Grundschullehrern. Es fehle an Vorbildern für Jungen. Er schlug vor, Männer durch bessere Bezahlung anzulocken. Ernst sah die Ursache aber eher in dem gesellschaftlichen Bild, dass Frauen für kleine Kinder zuständig seien. Sie sagte, dass die Bezüge vorerst nicht angehoben werden sollen. Es sei aber ein Freiwilliges Pädagogisches Jahr an Schulen geplant, das auch junge Männer ansprechen könnte.

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