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Bönningstedt : Landwirt wehrt sich gegen den Reithallenbau

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bönningstedter Grundstücksnachbar stellt die Rechtmäßigkeit der Abläufe infrage.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Karsten Blohm, Landwirt aus Bönningstedt, traute seinen Ohren kaum, als eine Bekannte aus Hasloh ihm erzählte, dass demnächst neben einer seiner Weiden eine Reithalle gabut werden soll. „Das Gelände an der Brakelstwiete liegt genau an der Grenze zwischen Bönningstedt und Hasloh“, berichtet Blohm. Der unmittelbar angrenzende Wald werde bevorzugt von Rehwild aufgesucht und die Wege seien ein beliebtes Naherholungsziel für Naturliebhaber aus der Umgebung.

Blohms Anruf beim Kreisbauamt ergab, dass dort seit dem 5. Juni 2014 ein Bauantrag vorliegt, der auch der Gemeinde Bönningstedt zugestellt worden war. „Das war am 8. Juli – just an dem Tag, für den eine Sitzung des Bauausschusses angesetzt war“, sagt Blohm. Doch das Gremium tagte nicht: „Der Ausschuss wurde kurzfristig abgesetzt“, so Blohm weiter.

Er habe daraufhin den zuständigen Sachbearbeiter bei der Quickborner Stadtverwaltung angerufen. Der habe ihm bestätigt, dass ein entsprechender Bauantrag vorliege. „Er sagte mir auch, dass vor September keine weitere Sitzung stattfinden werde und sich wohl der Bürgermeister selbst um den Antrag kümmern werde“, berichtet Blohm.

Er habe ihm erwidert, dass dies nach der Bönningstedter Hauptsatzung nicht zulässig sei, da das Gelände sich nicht im Dorf, sondern im Außenbereich befinde. Dem Versprechen des Sachbearbeiters, sich bei dessen Vorgesetzten zu erkundigen und zurückzurufen folgte allerdings nichts, berichtet Blohm weiter.

Viel mehr sei für den 31. Juli, mitten in den Sommerferien, eine Sitzung des Bauausschusses einberufen worden. „Laut der Niederschrift, in der die Beschlüsse aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung bekannt gegeben werden, hat das Gremium das gemeindliche Einvernehmen zu dem Bau versagt, den Bau der Reitanlage also abgelehnt“. so Blohm.

Als Blohm wenig später erneut beim Kreisbauamt nachfragte, staunte er nicht schlecht: „Mir wurde mitgeteilt, dass keine Stellungnahme der Gemeinde Bönningstedt dort vorliege und der Bau der Halle deswegen vom Kreis Pinneberg genehmigt worden sei.“

Auf Nachfrage erfuhr Blohm, dass – in Abwesenheit des Bürgermeisters – die stellvertretende Bürgermeisterin Anke Rohwer-Landberg (BFB) gegen den Beschluss des Bauausschusses Widerspruch eingelegt hatte, mit der Forderung, in der nächsten Sitzung des Gremiums den Beschluss aufzuheben. „Da die nächste Sitzung jedoch erst im September stattfand, war die Frist, eine Stellungnahme abzugeben, bereits verstrichen“, erläutert der Landwirt, der inzwischen gegen die Baugenehmigung Widerspruch eingelegt hat und einen Baustopp verlangt.

Günter Zuschlag vom Kreisbauamt bestätigt den Eingang des Widerspruchs. „Eine erste Überprüfung vor Ort hat ergeben, dass dort gemäß der Baugenehmigung gebaut wird“, sagt Zuschlag. Der Widerspruch gegen die Baugenehmigung werde geprüft.

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