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Tangstedt : Landessieger der Restaurantfachmänner lernt in Tangstedt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Christopher Hogh ist Azubi in "Sellhorns Gasthof"

Tangstedt | Wenn er von seiner Arbeit erzählt, kommt Christopher Hogh (23) ins Schwärmen: „Restaurantfachmann ist ein sehr vielseitiger und abwechslungsreicher Beruf, weil man jeden Tag mit anderen Gästen zu tun hat“, sagt Hogh. Noch vor ein paar Jahren hätte er, wäre er nach seinem Traumberuf gefragt worden, ohne zu zögern „Koch“ gesagt. „Diese Ausbildung habe ich auch abgeschlossen“, erzählt Hogh, der als frisch gebackener Jungkoch nach Fortbildungsmöglichkeiten suchte. Und so auf das Berufsbild des Restaurantfachmanns aufmerksam wurde – und seine zweite Ausbildung begann.

In der Elmshorner Berufsfachschule traf er auf Martina David, die ihn als Fachpraxislehrerin nicht nur unterstützte, sondern als Eigentümerin des Tangstedter Holte-Restaurants „Sellhorns Gasthof“ auch anbot, in ihrem Betrieb die Ausbildung zu beenden, als Hogh mit seinem Ausbildungsbetrieb nicht zufrieden war. Der Azubi nahm das Angebot an und fährt seitdem wieder gut gelaunt zur Arbeit.

Dass er sich bei der Landesmeisterschaft erst gegen mehrere Hundert Bewerber und schließlich gegen sechs weitere Finalisten durchsetzen konnte, kommt nicht von ungefähr: „Ich durfte an einer Begabten-Förderung teilnehmen“, berichtet Hogh. Das Seminar „Butter bei die Fische“, das von seiner Lehrherrin und einem Berufsschullehrer aus Lübeck gemeinsam ins Leben gerufen worden war, umfasste etwa 100 zusätzliche Ausbildungsstunden in Theorie und Praxis. „Vom Cocktails mixen über Weinkunde zum tranchieren oder dem Zubereiten eins Obstsalats am Tisch des Gastes“, zählt Hogh auf.

Höhepunkt sei die „Küchenparty“, bei der 200 Gäste von den Azubis verköstigt werden. „Es ist toll, wenn bei so einem Seminar für ein Thema auch mal ein ganzer Tag lang Zeit ist und nicht nur 90 Minuten in der Berufsschule darüber gesprochen wird“, so die Bilanz des jungen Preisträgers. Viel Spaß habe ihm auch die Zusammenarbeit mit verwandten Berufen – etwa Köchen oder Hotelfachleuten – gemacht. „Meine Hauptaufgabe ist es, den Gast vom ersten Moment an zu verwöhnen“, beschreibt Hogh seinen Job.

Die Begrüßung, das Abnehmen der Garderobe, die Wahl des Platzes, die Auswahl der Speisen und Getränke: „Ich muss auf den ersten Blick sehen können, ob ein lässiges ,Moin!‘ oder eine förmlichere Ansprache angebracht ist“, sagt Hogh. Dennoch hat er auch schon Situationen erlebt, in denen er „unfreundlich“ sein musste: „Ja, ich habe schon Gäste daran hindern müssen, betrunken ins Auto zu steigen – lieber streite ich mich, als für einen Unfall die Mitverantwortung zu tragen“, sagt Hogh.

Für seinen ersten Platz gab’s bei der Landesmeisterschaft jede Menge Geschenke: Tranchierbesteck, Eintrittskarten zur Bitburger Bier-Erlebniswelt mit Übernachtung, zahlreiche Gutscheine und Fachbücher. Sollte sich Hogh im Oktober bei der Bundesmeisterschaft durchsetzen, winken weitere Preise. „Der Wettbewerb ist wie eine Prüfung: Es gibt einen theoretischen und einen praktischen Teil“, erklärt Ausbilderin David. Nicht nur Fachkunde über Speisen und Getränke gelte es zu können, sondern auch Politik, Wirtschaft und Fachrechnen seien im Oktober gefragt. Dann allerdings wird er nicht mehr in Tangstedt sein: Ab 1. August tritt er seine Stelle im Hamburger Hotel „Vier Jahreszeiten“ an.

Chefin David ist stolz auf ihren Schützling, betont aber auch: „Ich bin auf alle Azubis stolz, es kann nicht nur Häuptlinge geben.“ In den gastronomischen Berufen gebe es durchaus gute Aufstiegschancen, die Arbeitsbedingungen und auch die Entlohnung seien in den meisten Betrieben lang nicht so desaströs, wie es häufig dargestellt werde.

Das bestätigt Hogh, der gleich seine nächsten Pläne aufzählt: „Den Ausbildereignungsschein würde ich gern machen und den Restaurantmeister“, sagt Hogh. Dass er Tangstedt verlässt, geht für David in Ordnung: „Er muss weitere Stationen durchlaufen – hier wäre er irgendwann unterfordert gewesen.“

 

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erstellt am 14.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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