zur Navigation springen
Quickborner Tageblatt

20. September 2017 | 13:19 Uhr

Bönningstedt : Land lehnt neuen Supermarkt ab

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bönningstedt: Kieler Staatskanzlei erteilt Plänen für ein Lebensmittelgeschäft an der Kieler Straße eine Absage

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 14:00 Uhr

„Im Ergebnis ist die Ansiedlung eines weiteren größeren Lebensmittelmarktes neben den bestehenden Nahversorgungseinrichtungen in der Gemeinde Bönningstedt mit den Möglichkeiten des Landesentwicklungsplans von 2010 nicht mehr vereinbar.“ Dieser zentrale Satz in der zweieinhalbseitigen vorläufigen Stellungnahme der Abteilung Landesplanung in der Kieler Staatskanzlei macht sowohl die Pläne von Edeka als auch die des Autohauses Bunge zur Makulatur.

Geprüft werden sollte die 36. Änderung des Bönningstedter Flächennutzungsplanes: Das Gelände des Autohauses sollte umgewidmet und die Fläche mit einem 1800 Quadratmeter großen Edeka-Markt bebaut werden – was den Protest der unmittelbaren Anwohner in der Ahornstraße zur Folge hatte (diese Zeitung berichtete). Bevor jedoch erste Entwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden, muss das Land der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmen. In der ausführlichen Begründung verweist der Verfasser darauf, dass die Nahversorgung der Gemeinde mit den bereits bestehenden „attraktiven und ausstrahlungsstarken“ (Lebensmittel-) Märkten ausreichend gesichert sei.

„Mit der Realisierung des Planvorhabens würden die im Landesentwicklungsplan von 2010 definierten landesplanerischen Grenzen sowohl einzelfallbezogen – hinsichtlich der Größenordnung der geplanten Verkaufsfläche von bis zu 1800 Quadratmeter – als auch bezogen auf die Gesamtheit der Nahversorgungsstrukturen deutlich überschritten“, heißt es in der Begründung weiter.

Mehr noch: Der Verfasser verwendet einen ganzen Absatz damit, darauf hinzuweisen, dass die Gemeinde einst mit dem Beschluss, im Kreuzungsbereich der Kieler Straße mit der Ansiedlung von Lidl und weiteren Verkaufsflächen entschieden hat, den dort ansässigen Rewe-Markt zu stärken.

Die Edeka-Pläne würden die Umsetzung genau dieser Pläne jedoch in Frage stellen. „Die Landesplanung empfiehlt insoweit eine konzeptionelle Auseinandersetzung mit der zukünftigen Gestaltung der Nahversorgungsstrukturen der Gemeinde“, so der Rat aus Kiel. Und eine klare Mahnung: „Die Gemeinde steht im Rahmen ihrer Planungshoheit primär in der Verantwortung, nachhaltige und ausgewogene Einzelhandels- und Nahversorgungsstrukturen innerhalb ihres Gemeindegebiets zu schaffen“.

Dies sei hier jedoch nicht der Fall, im Gegenteil: Der Landesplaner sieht den zentral gelegenen Rewe-Markt gefährdet und befürchtet, insbesondere bei wenig mobilen Bevölkerungsgruppen, eine Verschlechterung der Versorgungssituation beim Wegfall dieses Marktes.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt nach Auskunft des Kreissprechers Marc Trampe die Bauaufsicht des Kreises Pinneberg, „Wir schlagen vor, ein Grundsatzgespräch mit Landesplaner, Kreisvertretern, der Gemeinde Bönningstedt und ihrer Verwaltung zu führen“, so Trampe.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen