Personalnot : Kürzere Öffnungszeiten: Dem Freibad Quickborn fehlen die Bademeister

Bedauern, das Freibad bis auf Weiteres am Wochenende erst um 10 Uhr öffnen zu können: Meike Kaestner und Uwe Scharpenberg von der Stadtverwaltung.
Bedauern, das Freibad bis auf Weiteres am Wochenende erst um 10 Uhr öffnen zu können: Meike Kaestner und Uwe Scharpenberg von der Stadtverwaltung.

Bis auf Weiteres wird in dem Freibad am Wochenende kein Frühschwimmen mehr angeboten. Mitarbeiter machen Überstunden.

shz.de von
07. Juni 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | Wegen der prekären Personalsituation verringert die Stadt Quickborn überraschend die Öffnungszeiten des Freibades. Zukünftig wird die Anlage an den Wochenenden nicht mehr um 6.30 Uhr geöffnet, sondern erst um 10 Uhr. Die neue Regelung gilt bereits ab Freitag und soll helfen, die Mitarbeiter zu entlasten. „Sie gehen schon nach drei Wochen auf dem Zahnfleisch“, sagte Uwe Scharpenberg, Fachbereichsleiter Tiefbauten und Kommunalbetriebe im Rathaus. Er hofft, dass diese Maßnahme eine vorübergehende sein wird. „Wir tun, was wir können, um zusätzliches Personal zu bekommen“, sagte er.

Gerüchte um Schließung

Das Freibad bleibt ein Thema, ein heikles dazu. Hartnäckig halten sich Gerüchte, die Stadt plane die Schließung, wolle kein Geld mehr für die Anlage ausgeben. Scharpenberg dementiert mit Nachdruck. „Das ist Quatsch. Wir haben ein langfristiges Konzept für das Freibad und nicht vor, es zu schließen.“ Aber es gibt ein Personalproblem. Hintergrund: In jeder Schicht muss mindestens ein Bademeister vor Ort sein. „Die Rettungsschwimmer der DLRG unterstützen sie, können aber nicht die Fachaufsicht im Freibad übernehmen“, erläuterte Verwaltungsmitarbeiterin Meike Kaestner.

Bademeister, die bereit sind, einen Saisonjob anzunehmen, gibt es aber kaum noch. „Es scheitert bei uns nicht am Geld, das steht zur Verfügung. Wir finden einfach keine Leute“, so Scharpenberg.

20,5 Stunden zu wenig besetzt

Derzeit beschäftigt die Stadt zwei Vollzeitkräfte mit insgesamt 76 Wochenstunden und eine Teilzeitkraft mit 8,5 Stunden. Das macht zusammen 84,5 Stunden und damit 20,5 zu wenig. „Wir müssen jede Woche 105 Stunden mit Fachpersonal besetzen. Das haben wir in den letzten drei Wochen nur mit Überstunden geschafft und zu dem Preis, dass unsere Leute teilweise Sieben-Tage-Wochen hatten“, so Scharpenberg. Das sei auch im Sinne der Sicherheit kein Dauerzustand.

Die Verantwortung, die auf den Schultern der Bademeister lastet, ist groß. „Sie müssen die aufwändige Technik im Auge behalten und dafür sorgen, dass wir im Bad keine Über- oder Unterchlorung haben“, so Kaestner. Passiere das nicht, seien die Schäden unter Umständen gravierend. Zudem seien die Bademeister immer diejenigen, die Erste Hilfe leisteten, wenn ein Gast gesundheitliche Probleme habe. „Wir hatten in der vergangenen Woche einen Herzinfarkt hier im Bad, und dann stehen sie an der Front.“

Durch die veränderten Öffnungszeiten gibt es am Wochenende jeweils nur noch eine Schicht, ein Mitarbeiter hat zuverlässig frei. „Wir hoffen auf das Verständnis unserer Badegäste“, sagte Kaestner, die zusagte, die Stadt bemühe sich weiter um Personal. Wer sich angesprochen fühlt und über eine Ausbildung zum Bademeister verfügt, kann sich bei der Stadt unter Telefon (0 41 06) 61 12 31 melden.

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