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Schulumbau in Ellerbek : Kosten steigen – Handwerker fehlen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Geplantes Budget von einer Million Euro für den Umbau der Kita und der Hermann-Löns-Schule reicht nicht aus.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 16:10 Uhr

Ellerbek | Geplant waren Kosten in Höhe von etwa einer Millionen Euro für den Umbau und die Erweiterung der Kindertagesstätte der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde sowie der Hermann-Löns-Schule in Ellerbek. Der Baubeginn war für Anfang April geplant. Doch reicht das geplante Budget nicht aus, und Angebote von Handwerkern blieben bisher aus.

„Wir haben ein unglaubliches Problem, Handwerker dazu zu bewegen, Angebote abzugeben“, erklärte Architekt Wolfgang Theine während einer kurzfristig einberufenen Sitzung der Gemeindevertretung im Kulturtreff. Seine Arbeit bestehe derzeit darin, sämtliche Firmen zu kontaktieren. „Ich habe mit dem Abtelefonieren bis jetzt 16 Stunden verbracht. Das Ganze ist schon mehr als traurig“, sagte Theine. Die Firmen seien derzeit nicht mehr zwingend auf neue Aufträge angewiesen. „Sie sind alle schon voll und wenn man dann auch noch mit Zeitdruck kommt, ist es besonders schwierig“, sagte er weiter. Des Weiteren habe er riesige Preisunterschiede in den vorhandenen Angeboten feststellen müssen: „Es gibt teilweise eine Differenz von bis zu 45 Prozent.“

Für die bisher vergebenen Arbeiten im Kitabereich – dazu zählen unter anderem Elektro-Arbeiten, der Rohbau und die Außenanlage – schätzte Theine die Kosten auf 520.000 Euro. Eingeplant waren 448.000 Euro. Günstiger wird vermutlich das Umbau der Offenen Ganztagsschule (OGTS). Für Rohbau, Zimmererarbeiten, Trockenbau, Elektro, Außenanlage und Fenster plant der Architekt statt der 230.000 Euro nur 219.000 Euro ein. Die Gemeinde ging anfangs von einer Gesamtsumme von einer Millionen Euro für die Maßnahmen aus. Ein Anbau soll Platz für eine weitere Krippen- sowie eine Elementargruppe bieten (unsere Zeitung berichtete). Zudem soll wegen der steigenden Anzahl an Kindern, die das Programm der OGTS nutzen, der ehemalige gastronomische Betrieb am Rugenbergener Mühlenweg zu einem Mehrzweckraum umgebaut werden. 511.360 Euro schießen Land und Kreis nach langen Verhandlungen zu. Laut Martin Berg (CDU) müsse allerdings mit mindestens etwa 1,3 Millionen Euro gerechnet werden. Die Schätzung basiere auf den noch ausstehenden Submissionsergebnissen. „Wir fragen uns, ob das dann wirklich das Ende der Kostensteigerung ist. Leisten wir uns vielleicht gerade etwas, das wir uns eigentlich gar nicht leisten können?“, fragte Berg in die Runde.

„Das sind weit überzogene Preise“

Auch Reiner Stoldt (FDP) hatte große Probleme mit den seiner Meinung nach viel zu hohen Kosten: „Das sind weit überzogene Preise.“. Er habe mitbekommen, wie schwer es für den Architekten Theine war, Firmen für das Projekt zu gewinnen: „Er musste betteln, damit Firmen Angebote abgegeben haben.“ Daher schlug Stoldt eine Verlegung des Baubeginns und der Ausschreibungen auf das nächste Jahr vor. Er wolle sich nicht unter Druck setzen lassen und lieber ordnungsgemäß planen. Anders sah es Steffen Jahn (SPD): „Was haben wir denn für eine Alternative? Ich glaube nicht, dass die Preise im nächsten Jahr günstiger sind. Also lieber jetzt Augen zu und durch.“

Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) betonte die Erwartungshaltung der Eltern in der Gemeinde: „Noch haben wir sehr friedliche Eltern in Ellerbek.“ Eine Zukunftsprognose wollte der Architekt nicht abgeben: „Die kann ich nicht abgeben. Doch eines ist für mich sicher: Es wird nicht besser, sondern eher schlimmer.“ Von der Verschiebung der Arbeiten auf das nächste Jahr riet Theine ab: „Das kann schnell nach hinten losgehen.“ Mit einer großen Mehrheit stimmten die Gemeindevertreter für Umbau sowie Erweiterung der Kita und der OGTS. Der Bau soll demnach noch in diesem Jahr beginnen.

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