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Quickborner Tageblatt

20. August 2017 | 15:48 Uhr

Kita-Schock : Kosten für Plätze steigen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Das Halbtags-Angebot wird um sieben Prozent teurer. Viele Eltern sind deshalb sauer.

Quickborn | Einige Eltern machten ihrem Unmut gleich zu Beginn der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend, Familie und Senioren Luft: Die Erhöhung sei unverhältnismäßig groß. Warum habe man nicht an anderer Stelle geprüft, Kosten einzusparen, oder beispielsweise die Gewerbesteuer erhöht? Doch diese Einwände halfen nichts. CDU und FDP haben am Dienstagabend beschlossen, die Kita-Gebühren zum 1. August anzuheben. Sie folgten damit dem Vorschlag der Kita-Beiräte.

SPD und Grüne stimmten dagegen. Auch der Zusatz-Antrag der Sozialdemokraten, die Gebühren für zwei Jahre festzuschreiben, wurde von CDU und FDP abgelehnt. Jetzt muss noch die Ratsversammlung grünes Licht geben.

Wenn der Ganztagsplatz auch nur von 291 Euro auf 293 Euro ansteigt, das sind 0,7 Prozent, müssen Eltern im Krippen-Bereich tiefer in die Tasche greifen: Der Ganztagskrippenplatz steigt um fünf Prozent von 400 auf 420 Euro. Für den Halbtagskrippenplatz werden künftig statt 280 Euro 300 fällig – das sind gut sieben Prozent mehr. Die Verwaltung hatte sogar einen Anstieg von 16 Prozent vorgeschlagen. Die Sozialstaffel steigt von 60 auf 65 Prozent. Die Verwaltung rechnet mit Mehreinnahmen von etwa 35.000 Euro.

Als Begründung für die Erhöhung der Kita-Gebühren nannte Fachbereichsleiter Carsten Möller das strukturelle Defizit im Haushalt von 386 300 Euro. Auch für die folgenden Jahre sei nicht von einem ausgeglichenen Haushalt auszugehen, das Defizit steige nach derzeitigem Stand auf etwa eine Million Euro an. Die Stadt sei deswegen verpflichtet, alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen. Möller betonte, dass alle sieben Elternbeiräte der Erhöhung zugestimmt hätten.

Diese Aussage löste bei einem Vater Verwunderung aus: „Der Elternbeirat hat eigenmächtig entschieden. Wir sind darüber erst gestern informiert worden“, sagte er. Auf die Frage, welcher Kindergarten es sei, antwortete er: „Wilde 13, Johanniter“.

Bei den Fraktionen haben sich die Argumentationen nicht geändert: „Für junge Familien muss eine Lösung gefunden werden, um sie zu entlasten. Für Gutachten wurden schon bis zu 80.000 Euro ausgegeben“, kritisierte Astrid Huemke (SPD). Und Fabian Brummund (SPD) ergänzte: „Die Gebühren sind aktuell auf einem hohen Niveau. Für die betroffenen Familien sind es erhebliche Summen, die sie tragen müssen.“

Ausschussvorsitzende Annabell Krämer (FDP) warf der SPD vor, dass sie keine finanzielle Deckung vorschlagen würde. „Es ist eine Gratwanderung und wahnsinnig schwierig, eine Balance herzustellen“, so Bernd Weiher (CDU). Er warnte: Ab einer bestimmten Verschuldung würde Kiel den Haushalt nicht mehr genehmigen. Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) forderte, für die Zukunft klare Richtlinien festzulegen.

 

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erstellt am 08.Mai.2014 | 16:30 Uhr

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