Flüchtlingscafé in Quickborn : Kooperation zwischen Diakonischem Werk und der Stadt

Ein Forum für Flüchtlinge bieten Fachbereichsleiter Volker Dentzin (v. l.), Andja Zdravac-Vojnovic vom Caritas-Migrationsdienst, St.-Marien-Pfarrer Wolfgang Guttmann und Christian Rohde vom Diakonischen Werk gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern.
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Ein Forum für Flüchtlinge bieten Fachbereichsleiter Volker Dentzin (v. l.), Andja Zdravac-Vojnovic vom Caritas-Migrationsdienst, St.-Marien-Pfarrer Wolfgang Guttmann und Christian Rohde vom Diakonischen Werk gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern.

Quickborner Flüchtlingscafé hat dienstags von 15 bis 17 Uhr im Gemeindehaus von St. Marien geöffnet.

shz.de von
24. Juli 2015, 10:00 Uhr

Quickborn | Es ist wohl einer der ältesten Sitten der Menschheitsgeschichte, Gästen, Besuchern, Neuankömmlingen etwas anzubieten – und sie damit willkommen zu heißen. Jeden Dienstag zwischen 15 und 17 Uhr geschieht genau dies im Gemeindehaus der katholischen Kirche St. Marien in Quickborn. Dann öffnet das Flüchtlingscafé seine Pforten, das die Caritas, das Diakonisches Werk und die Stadt Quickborn in Kooperation organisieren.

Seit Anfang Juni treffen sich hier einmal wöchentlich Flüchtlinge und Asylbewerber – aus Syrien, Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan, Somalia und Eritrea zum Beispiel – untereinander und mit ehrenamtlichen Helfern. Bei Kaffee und Tee, Keksen, Kuchen und Muffins Erfahrungen austauschen, sich kennenlernen, Probleme besprechen – alles kann, nichts muss.

„Sinn der Sache ist es, Begegnungen und Raum für Möglichkeiten zu schaffen. Und das an einem Ort, an dem sich alle wohlfühlen. Anders erfährt man nichts über die Menschen“, sagt Hauptorganisatorin Andja Zdravac-Vojnovic vom Caritas-Migrationsdienst. Im Februar begann sie in Quickborn mit der Umsetzung einer Idee, „die nicht neu ist“, sagt Zdravac-Vojnovic. Erfahrungen habe sie aus Norderstedt und Barmstedt mitgebracht. Widerstände begegneten ihr in der Eulenstadt keine, im Gegenteil. „Ich bin überall auf breite Unterstützung gestoßen“, berichtet sie. Als hilfreich dürfte sich dabei erwiesen haben, dass sich das Büro der Caritas-Frau in den Räumen der Gemeinde St. Marien befindet. Für deren Pfarrer Wolfgang Guttmann bestand kein Zweifel daran, dass die Gemeinde für das Vorhaben Platz zur Verfügung stellen würde: „Es gehört zur Willkommenskultur, so ein Forum anzubieten. Ich bin froh darüber.“

Christian Rohde vom Diakonischen Werk betont den Nutzen, den das Flüchtlingscafé hat – außer dem Gefühl, willkommen zu sein: „Spracherwerb – der findet ja nicht nur im Unterricht statt. Besonders ist auch der interkulturelle Austausch der Flüchtlinge, die sich hier untereinander kennenlernen können.“

Und das verlässlich und regelmäßig, dienstags von 15 bis 17 Uhr, immer am selben Ort. „Die Menschen sind immer eingeladen, ohne dass Einladungen verschickt werden“, erklärt Dentzin, dass es sich bei dem Flüchtlingscafé durchaus um etwas handelt, das zur festen Institution werden soll. Dafür sorgen Spenden für Getränke und Gebäck sowie die Ehrenamtlichen, die als Ansprechpartner vor Ort sind. Ob die Gäste dann den Brief von der Behörde besprechen wollen oder nach Dolmetschern suchen oder auch einfach nur zusammensitzen und reden, das ergibt sich von allein. Es spielt für die Organisatoren auch eine eher untergeordnete Rolle. Wichtiger ist ihnen etwas anders, wie Zdravac-Vojnovic stellvertretend sagt: „Dass wir signalisieren, ,Wir sind da, wir heißen euch willkommen‘. Und das geht am besten auf die ursprüngliche Weise – mit Kaffee und Tee.“

Basis für das Flüchtlingscafé ist der Runde Tisch. Dort treffen sich alle Quickborner Institutionen und Ehrenamtlichen, die  in der Flüchtlingshilfe tätig sind. Gemeinsam mit Christian Rohde und Ehrenamtskoordinator Matthias Wittig vom Diakonischen Werk organisiert Andja Zdravac-Vojnovic die dienstäglichen Treffen in der Gemeinde St. Marien, Kurzer Kamp 2,  in Quickborn mit Hilfe von Ehrenamtlichen. „Das Dankeschön an sie kann gar nicht groß genug sein“, sagt Volker Dentzin, Fachbereichsleiter Einwohnernangelegenheiten. Wer künftig Flüchtlinge und Asylbewerber unterstützen möchte, ist beim nächsten Runden Tisch am Montag, 3. August, ab 18 Uhr im Haus Roseneck, Kieler Straße 95, gern gesehen.
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