Konzert zum 9. November

Das Ensemble Die Grenzgänger geht der Bedeutung des 9. November in der deutschen Geschichte musikalisch nach.
Das Ensemble Die Grenzgänger geht der Bedeutung des 9. November in der deutschen Geschichte musikalisch nach.

Ensemble Die Grenzgänger spürt dem Schicksalstag der Deutschen in Liedern und Kabarett nach und tritt in Quickborn auf

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17. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Der 9. November gilt als Schicksalstag der Deutschen, ein Datum, das in der Geschichte mehrfach einen epochalen Wendepunkt markierte. Der Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus in Quickborn nimmt ihn wegen seiner historischen Bedeutung jeweils zum Anlass, zu einer besonderen Gedenkveranstaltung einzuladen. In diesem Jahr findet am Sonnabend, 3. November, ein Konzert mit dem Ensemble Die Grenzgänger statt. Beginn im Artur-Grenz-Saal, Am Freibad 3, ist um 19 Uhr.

Ein Datum, vier umwälzende politische Entwicklungen: Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, erreichte 51 Jahre vorher die Judenverfolgung in Deutschland mit der Reichsprogromnacht ihren Höhepunkt. Am 9. November 1938 wurden auf Geheiß führender Nationalsozialisten jüdische Wohnungen und Geschäfte geplündert und zerstört, Synagogen in Brand gesetzt und Juden ermordet. Der 9. November 1923 ging als Tag des Hitler-Putsches in die Geschichte ein. NSDAP-Anhänger zogen in München vor die Feldherrnhalle und versuchten, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Es blieb beim Versuch, der Umsturz misslang zunächst. Das Datum im Jahr 1918 schließlich gilt als das, an dem das Kaiserreich unterging und die erste Republik gegründet wurde.

Das Bremer Ensemble Die Grenzgänger arbeitet in seinem Bühnenprogramm „Lieder zum 9. November“ die Bedeutung des Tages musikalisch auf. Dafür recherchierten die Musiker unter anderem im 1914 gegründeten Deutschen Volksliedarchiv und im deutschen Kabarettarchiv nach Liedern und Gedichten, die etwa während der November-Revolution vor 100 Jahren auf den Straßen und den ersten Kabarettbühnen der Weimarer Republik entstanden. Dabei förderten Michael Zachcial, Felix Kroll, Annette Rettich und Frederic Drobnjak verstörend schöne Melodien zu Tage, die sie mit Leichtigkeit und musikalischer Eleganz aufbereitet haben. Für ihre Kunst und ihr Können wurden die Musiker mehrfach mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Das Ensemble kümmert sich um Musik von Welt, wagt den Spagat zwischen Chanson, Volkslied, Jazz, Blues und Musikkabarett, eine mitreißende Melange, die quer durch Europa das Publikum und die Kritiker begeistert. Drobnjak spielt die Gitarre im Stil eines Django Reinhardt, Kroll ersetzt mit seinem Akkordeon gleich ein ganzes Orchester, Rettich berührt am Cello, dessen Klang mit der Stimme und der Mundharmonika von Zachcial verschmilzt. „Wir freuen uns auf dieses für Quickborn besondere Ereignis und viele Zuschauer“, sagte Vereinsvorsitzender Jens-Olaf Nuckel. Die Tickets zum Preis von 10 Euro und ermäßigt 5 Euro gibt es voraussichtlich ab heute in der Quickborner Buchhandlung Theophil, Am Freibad 4 a, und an der Abendkasse.

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