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Spielplatzunfall hat Konsequenzen : Kommunalpolitikerin verklagt Bönningstedt

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mögliche Folgeschäden für den neunjährigen Morten können nicht ausgeschlossen werden.

Quickborn | Dass eine Kommunalpolitikerin die eigene Gemeinde verklagt, dürfte eher ungewöhnlich sein. Frauke Foth, Chefin der Bönningstedter SPD, und ihr Mann Stefan haben genau das getan. Sie fordern mindestens 3000 Euro Schmerzensgeld von Bönningstedt, nachdem ihr Sohn Morten (9) im September 2013 auf dem Spielplatz vor dem Grundschulgebäude von einem Kletterturm gestürzt war und sich dabei den linken Unterarm brach. Ob die Gemeinde zahlen muss, steht noch nicht fest.

Am ersten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Pinneberg tauschten die Anwälte der Streitparteien gestern kurz ihre Argumente aus und waren sich einig, dass eine Güteverhandlung keinen Sinn macht. Die Verhandlung wird nun am 2. Dezember ab 9.30 Uhr fortgesetzt.

Dann wird es vor allem darum gehen, ob es sich bei Mortens Sturz um einen Schulunfall handelt. Ist das der Fall, ist eine Haftung ausgeschlossen. Da sich der Unfall während der Nachmittagsbetreuung ereignete, gibt es allerdings unterschiedliche Auffassungen, ob diese noch zur Schulzeit zählt. Die Gemeinde sagt „Ja“ und hält ein Schmerzensgeld für ausgeschlossen. Die Familie Foth sieht die Betreuung nach dem offiziellen Unterrichtsende dagegen nicht mehr als Teil des Schulalltags an. Um zu entscheiden, wer Recht hat, sollen im Dezember Zeugen vernommen und Dokumente gesichtet werden.

Frauke Foth übte während der Verhandlung heftige Kritik an der Gemeinde. Aus ihrer Sicht war auf dem Spielplatz die Sicherheit der Kinder nicht gewährleistet. Es hätten als Fallschutz mindestens 30 Zentimeter Sand unter dem Kletterturm sein müssen. Tatsächlich seien es dagegen nur etwa zehn Zentimeter gewesen. Sie kritisierte außerdem, dass die Mängel nach dem Unfall ihres Sohnes nicht sofort behoben worden seien.

Morten musste nach dem Sturz mehrere Operationen über sich ergehen lassen. Sein linker Arm war eingegipst. Selbst Folgeschäden sind laut seiner Mutter nicht ausgeschlossen. Deshalb sehe sie sich auch gezwungen, gegen die Gemeinde vorzugehen: „Es geht schließlich um mein Kind.“ Ihre politische Arbeit werde davon nicht berührt. Die juristische Auseinandersetzung werde zumindest aus ihrer Sicht keine negativen Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske (BWG) haben. Sie sei in der Lage, Privates und Politik zu trennen, betonte Foth. Der Bürgermeister selbst äußerte sich nicht weiter. „Im Interesse des beteiligten Kindes halte ich eine Stellungnahme für falsch“, erklärte Liske.

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erstellt am 08.Okt.2015 | 12:30 Uhr

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