Streit in Ellerau : Kommt die Bücherei ins Bankgebäude?

Die ehemaligen Geschäftsräume der VR Bank an der Königsberger Straße stehen leer.
Die ehemaligen Geschäftsräume der VR Bank an der Königsberger Straße stehen leer.

Der Bürgerverein spricht sich gegen die Pläne von SPD und CDU aus.

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08. Oktober 2014, 12:15 Uhr

Ellerau | Während des Wahlkampfs unterstützte der Bürgerverein Ellerau (BVE) Eckart Urban (SPD) bei seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt. In der jüngsten Sitzung des Koordinierungs- und Finanzausschusses votierten BVE und BürgerForum gegen das Vorhaben der SPD, das leer stehende Gebäude der ehemaligen VR Bank zu kaufen. Unterstützung gab es jedoch von der CDU. Nach den Plänen der SPD soll in der Immobilie künftig die Bücherei untergebracht werden. Nun kommt das Thema morgen im Gemeinderat noch einmal auf die Agenda.

Schon seit Monaten steht das Gebäude mit einer Größe von zirka 450 Quadratmetern in bester, zentraler Lage leer. „Es gibt Überlegungen, die Bücherei dort unterzubringen. Der Schalterraum ist großartig geschnitten. Das Gebäude steht zu einem angemessenen Preis zum Verkauf“, sagte Bürgermeister Urban über dieses Projekt. Die genaue Summe möchte er nicht nennen. Es sei aber eine gute Gelegenheit, die man beim Schopfe packen solle.

Doch die Pläne der SPD gehen noch weiter: ein kultureller Treffpunkt, Vernissagen, Lesungen, Musik- und VHS-Veranstaltungen – all das könnte in dem mehrfach genutzten Gebäude stattfinden. „Es ist ein schöner, charmanter Ort“, schwärmte Urban. Auch die VHS stoße an ihre Grenzen. Es stehen keine weiteren Räumlichkeiten zur Verfügung.

Urban wird deshalb morgen vorschlagen, den Leiter der Büchereizentrale Schleswig-Holsteins einzuladen, um sich ein Fachurteil zu holen. Dann soll es auch eine Ortsbegehung geben.

Der BVE sieht das anders: Er weist auf die dadurch entstehenden Kosten hin. Der derzeitige Standort sei für die Bücherei ausreichend. „Es gibt keinen zusätzlichen Bedarf“, sagte Heiner Hahn vom BVE auf Anfrage. „Es ist nicht so erfreulich, Leerstand zu haben. Das ist das Einzige, was für die Übernahme spricht.“

„Es ist schade, dass man nicht weiterdenkt und eine Vision für die nächsten zehn Jahren entwickelt“, sagte Urban. Auch die CDU ist enttäuscht: Für Rolf Schröder sei es die Möglichkeit, ein kulturelles Zentrum in der Gemeinde zu schaffen. Schröder will nun weiter kämpfen: „Wir versuchen, Sponsoren und Unterstützer für die Aktion zu finden. Das letzte Wort ist in dieser Sache noch nicht gesprochen“, betonte Schröder.

Morgen treffen sich die Mitglieder des Ellerauer Gemeinderats im Bürgerhaus, Højerweg 2, zu ihrer Sitzung. Beginn ist um 19.30 Uhr. Themen sind unter anderem die Erweiterung des Gewerbegebiets Ost sowie die Resolution zur Verdichtung der AKN-Taktzeiten.
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