Freiwillige Feuerwehr : Klimawandel betrifft auch die Quickborner Wehr

Gewählt und ausgezeichnet: Die Quickborner Brandschützer.
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Gewählt und ausgezeichnet: Die Quickborner Brandschützer.

Die Brandschützer bereiten sich auf immer kompliziertere Einsätze vor. Dabei ist die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht.

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05. Februar 2018, 12:30 Uhr

Quickborn | Nur wenige Berufsgruppen haben einen besseren Ruf: Mehr als 90 Prozent aller Deutschen halten Feuerwehrleute für besonders vertrauenswürdig. Studien der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kommen seit drei Jahren zu dem immer gleichen Ergebnis. Während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Quickborn hat Wehrführer Wido Schön einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ genutzt, um die Vorbildfunktion und Professionalität auch seiner Kameraden zu loben. Gleichzeitig forderte er Politik und Verwaltung auf, in ihrem Bemühen um die Feuerwehr nicht nachzulassen. Die Motivation der Rettungskräfte müsse hochgehalten werden, um die kontinuierlich steigende Zahl von Einsätzen bewältigen zu können.

„Das vergangene Jahr wird in die Geschichte unserer Wehr eingehen“, sagte er vor zahlreichen Gästen, darunter auch Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU), Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) und der Chef der Quickborner Polizei, Götz Nowobilski. Die Zahl der Einsätze steige längst nicht mehr ausschließlich parallel zum Wachstum der Stadt, sondern auch bedingt durch den Klimawandel. „Wir haben 2017 die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht und müssen uns darauf einstellen, dass es in den nächsten Jahren so weitergehen wird“, sagte Schön. Von der Feuerwehr werde heute erwartet, dass sie Antworten auf jede Gefahrenlage habe und alle Probleme lösen könne. „Die Anforderungen an die ehrenamtlichen Kräfte steigen stetig, die zu leistenden Einsatzszenarien werden immer komplizierter“, so Schön. Es sei Aufgabe der Politik, das zu erkennen und der Wehr die Unterstützung zu geben, die sie brauche.

Was das Ehrenamt alles von den Kameraden abfordert, belegt die Statistik: Die 107 Einsatzkräfte der aktiven Wehr arbeiteten im vergangenen Jahr 295 Einsätze an Wochentagen und 141 am Wochenende ab. 291 Mal wurden sie tagsüber alarmiert, 145 Mal mussten sie nachts raus. „Uns stehen tagsüber rund 30 Kameraden zur Verfügung. Das ist grundsätzlich weiterhin ausreichend, darf aber auf keinen Fall sinken“, erklärte Schön, der insbesondere die Verwaltung aufforderte, einer Verschlechterung der Situation „durch das Einleiten von entsprechenden Maßnahmen entgegenzuwirken“.

Zu den großen Projekten, die der Chef der Quickborner Wehr in diesem Jahr auf den Weg bringen möchte, gehört nicht nur die Beschaffung von zwei neuen Fahrzeugen, sondern vor allem auch die Planung für den Bau einer Feuerwache in Quickborn-Heide. „Wir werden dieses Thema massiv vorantreiben müssen“, sagte er.

Wahlen, Ehrungen und Auszeichnungen: Uwe Bense ist in die Ehrenabteilung der Quickborner Feuerwehr übergetreten. Emin Abay, Luca Geerken, Steven Krause und Tim Readwin wurden für 100-prozentige Dienstbeteiligung ausgezeichnet. 20 Jahre in der Wehr sind Christoph Behrendt und Rolf Kühl. Hinnerk Stoffers bekam die Leistungsspange in Silber der Jugendwehr, Wehrsprecher Thorsten Wiehe das Schleswig-Holsteinische Ehrenkreuz in Bronze. Jan Bestmann bekam das Ehrenkreuz in Silber.

Zu Feuerwehrmännern wurden Stefan Johannsen und Luca Rehbock ernannt, Holger Kalluweit, Luca Geerken, Fabian Kuhn, Daniel Prien und Marcel Scheel wurden Oberfeuerwehrmänner. Hauptfeuerwehrmänner wurden Emin Abay, Sebastian Göhring und Sven Lüdke, Löschmeister sind ab sofort Christoph Behrendt und Sebastian Stehr, Oberlöschmeister sind Björn Fehrs, Nils Köppl und Daniel Hafemann. Oliver Albiez wurde Hauptlöschmeister, Thomas Schröder Brandmeister und Wido Schön 1. Hauptbrandmeister. Zugführer II wurde Björn Fehrs, Gruppenführer Gruppe 4 Torben Fehrs und Gruppenführer Gruppe 5 Nils Köppl.

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