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Quickborner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 22:00 Uhr

Tangstedt : Klare Regeln für die Krippenplätze

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Wer hat Anspruch auf einen Krippenplatz? Der Tangstedter Sozialausschuss berät über die konkreten Vergabekriterien.

Tangstedt | Wie schwierig es ist, den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in der täglichen Praxis umzusetzen, zeigt ein Fall aus Tangstedt: Im August 2012 wurde einer Familie ein Krippenplatz angeboten, doch die Familie entschloss sich dagegen – um dann im April 2013 vehement eben diesen Platz einzufordern. Doch der war längst besetzt und die Familie durch das Ausschlagen des freien Platzes auf der Warteliste wieder ans Ende gerutscht.

„Seitdem lasse ich mir Absagen schriftlich bestätigen“, berichtet Kita-Leiterin Magitta Wallschläger. Die Querelen waren auch Auslöser dafür, dass die Gemeinde gemeinsam mit dem Kita-Werk Pinneberg einen Weg suchte, die Vergabekriterien unmissverständlich zu formulieren.

Der erste Entwurf lag dem Sozialausschuss vor, der in seiner jüngsten Sitzung an den Formulierungen feilte. Unumstritten waren dabei die Formalien der Anmeldung: Erst nach der Geburt und nur mit dem Formular der Einrichtung kann der Anspruch auf einen Platz geltend gemacht werden.

Bei der Platzvergabe gilt eine Warteliste mit dem Datum der Voranmeldung, wobei Kinder von Tangstedter Bürgern stets den Vorrang genießen. Diskutiert wurden anschließend die Reihenfolge der Kriterien der Dringlichkeit (siehe Info-Kasten).

Bei der Frage, wie Eltern über einen freien Platz informiert werden sollen, gingen die Meinungen auseinander. Während Martin Löchel (FDP) für ein Einschreiben mit Rückschein plädierte, sah die Vorsitzende Annika Ahrens-Glismann (CDU) eine Gesprächsnotiz bei telefonischer Information als ausreichend an. „Die schriftliche Bestätigung mit einer Fristsetzung, bis wann eine Rückmeldung erfolgen muss, kann anschließend versandt werden“, lautete am Ende der Kompromissvorschlag. Eine lückenlose Dokumentation als Nachweis dafür, dass ein Platz angeboten wurde, sieht Andreas Brenner, Geschäftsführer des Kita-Werks, als „schwierig“ an: „Der bürokratische Aufwand mit der Variante Einschreiben/Rückschein ist immens.“ Gemeinsam mit Wallschläger wird Brenner den Entwurf überarbeiten und dem Gremium erneut zur Beratung vorlegen. Abschließend wird dann der Gemeinderat über das Regelwerk entscheiden.

Außer den Tangstedter Kindern, die auf der Warteliste stehen, können folgende Familien auf einen Platz hoffen:
1. Alleinerziehende
2. Familien in schwierigen Lebenssituationen
3. Berufstätige Erziehungsberechtigte
Der Antrag auf Dringlichkeit muss schriftlich eingereicht und begründet werden. Über die Vergabe entscheiden Kommunalverwaltung und Kita-Leitung gemeinsam.
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