Quickborn : Kita-Streik: Die Stadt hilft den Eltern

Kita-Streik: Eine Maßnahme, die bereits dazu beiträgt, dass nicht allzu viele Eltern bei der Koordination von Kinderbetreuung, Berufsleben und privaten Terminen in die Bredouille geraten, sind private Betreuungsinitiativen.
Kita-Streik: Eine Maßnahme, die bereits dazu beiträgt, dass nicht allzu viele Eltern bei der Koordination von Kinderbetreuung, Berufsleben und privaten Terminen in die Bredouille geraten, sind private Betreuungsinitiativen.

Die Verwaltung zahlt eine Aufwandsentschädigung.

shz.de von
12. Mai 2015, 16:00 Uhr

Quickborn | Mit privater Kinderbetreuung und einer Aufwandsentschädigung für die Eltern reagieren Stadtverwaltung und Kita-Leitung auf den unbefristeten Erzieher-Streik in der Quickborner Kindertagesstätte Zauberbaum. Das ist das Resultat einer geschlossenen Veranstaltung im Artur-Grenz-Saal, auf der sich Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) und Fachbereichsleiter Carsten Möller mit etwa 30 betroffenen Eltern über das weitere Vorgehen angesichts des Ausstands austauschten.

„Wir haben die Eltern unter anderem darüber informiert, dass wir die zwei Notgruppen eingerichtet haben und dass es nicht immer ganz leicht ist, weil es natürlich auch Krankheits- und Urlaubsmeldungen gibt“, berichtete Möller gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Vorerst bis Pfingsten planen die Verantwortlichen mit den Notgruppen. Unmutsäußerungen aus der Elternschaft über die erschwerte Betreuungssituation habe er nicht vernommen, sagte Möller und versicherte: „Wir versuchen, den Bedarf abzudecken.“

Eine Maßnahme, die bereits dazu beiträgt, dass nicht allzu viele Eltern bei der Koordination von Kinderbetreuung, Berufsleben und privaten Terminen in die Bredouille geraten, sind private Betreuungsinitiativen. Wie Möller mitteilte, gebe es im Zauberbaum Aushänge, „auf denen sich Eltern eintragen können, die Hilfe bei der Betreuung anbieten oder suchen.“

Von Verwaltungsseite wird dieses Angebot nun unterstützt, indem sie die Betreuung der eigenen sowie fremder Kinder innerhalb der Zauberbaum-Elternschaft vergütet. „Die Stadt zahlt 2,50 Euro je Kind je volle Stunde im Rahmen einer ehrenamtlichen Betreuung, eine Aufwandsentschädigung also“, erläuterte Möller und ergänzte auf Nachfrage: „Dazu müssen außerplanmäßige Mittel bereitgestellt werden.“ Einige Eltern hätten bereits ihr Interesse an diesem Modell signalisiert.

„Mit den Notgruppen, den Privatinitiativen und der Aufwandsentschädigung sind wir optimistisch, der Lage Herr werden zu können“, zog Möller ein erstes Resümee. Gestern habe sich die Situation im Zauberbaum „recht entspannt“ gestaltet, so Möller. Die 30 Plätze in der Notbetreuung seien zwar alle belegt gewesen, „aber nach meinen Infos musste kein Kind nach Hause geschickt werden“, berichtete der Fachbereichsleiter. „Offenbar haben sich viele Eltern auf die Situation eingestellt.“

Doch auch wenn die Betroffenen scheinbar einen Umgang mit der Ausnahmesituation gefunden haben – ein Dauerzustand soll daraus keinesfalls werden. „Ich denke zwar, dass wir auch über Pfingsten hinaus diese Regelung aufrecht erhalten können“, sagte Möller, „aber ich hoffe, dass so früh wie möglich wieder Normalbetrieb einkehrt“.

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