Bücherschlange statt Bücherregal : Kinder gestalten in Tangstedt ihre eigene Bibliothek

Statt großer Schränke gibt es jetzt die sogenannte Bücherschlange.
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Statt großer Schränke gibt es jetzt die sogenannte Bücherschlange.

Tangstedter SPD unterstützt Markus Kindergarten.

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09. Februar 2018, 16:30 Uhr

Tangstedt | Im Sonnenzimmer der Tangstedter Kindertagesstätte (Kita) Markus sieht es noch etwas unwohnlich aus. Die Wände des kleinen Bibliotheks-Zimmers sind noch kahl, ein kleines Regal, ausgestattet mit verschiedenen Büchern, und ein rundes Nest, gefüllt mit Kissen, stehen auf dem Boden. Das wird sich laut Kita–Leiterin Petra Sommerfeld-Behrens bald ändern. Ein neuer Teppichboden und Schafsfelle sollen das lichtdurchflutete Sonnenzimmer gemütlicher und kuscheliger gestalten. Das alte Sofa und ein hohes Bücherregal sind bereits aus dem Raum ausquartiert worden.

Besonders das alte Regal stellte für die Kinder eine große Hürde dar. „Kinder haben riesige Schwierigkeiten damit, Bücher in ein Regal reinzustellen“, erklärte Sommerfeld-Behrens im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Lösung: eine sogenannte Bücherschlange. In kleinen Kisten werden die Lesewerke gesammelt „Da können die Kinder die Bücher reinstellen. Das fällt ihnen komischerweise viel einfacher“, sagte die Kita-Leiterin weiter.

Hohe Regale sind für Kinder ein Hindernis

Wie das Bibliotheks-Zimmer in Zukunft aussehen soll, bestimmten die Erzieher gemeinsam mit den Mädchen und Jungen. „Die Kinder hatten eine sehr klare Vorstellung, was sie haben wollen und was nicht. Die Planung muss zusammen mit den Kindern passieren, ansonsten nehmen sie es nicht an“, erklärte sie. Die Erzieherin Tanja Minter-Stoye sammelte die Wünsche der Kinder und versuchte, alles umzusetzen. Zu den Wünschen zählte unter anderem ein Teppich, „damit sie beim Lesen auf dem Boden liegen können“.

Unterstützung für die Umgestaltung und Verschönerung des Raums erhielt die Kita von der Tangstedter SPD. Anne Schönke und Matthias Meier überreichten der Kita-Leiterin einen Scheck in Höhe von 300 Euro. „Wir wollten bereits im vergangenen Jahr ein Projekt der Kita unterstützen. Da fiel jedoch noch nichts an“, sagte Meier. Was mit dem Geld passiert, wollten sie sich direkt vor Ort anschauen. „Es wird in etwas Neues und Gutes investiert. So ein Raum, wo die Kinder Ruhe finden und sich zurückziehen können, halte ich für sehr sinnvoll“, sagte Meier. Und auch Schönke ist von dem Projekt der Kita begeistert. „Das Lesen von Büchern ist in der heutigen Zeit mit Smartphones total wichtig. Es ist so wichtig, dass die Kinder in Ruhe zum Lesen kommen“, betonte die Sozialdemokratin. Auch Sommerfeld-Behrens bekräftigte, wie wichtig es sei, Kinder bereits im frühen Alter an das Lesen heranzuführen. „Bücher sind so wichtig und etwas so Wertvolles.“

Vorlesen soll fest etabliert werden

Dabei sei es genauso wichtig, dass die Kinder die Chance haben, nach eigenem Interesse Bücher auszusuchen. „Wir wechseln das Sortiment ständig, damit es für sie auch spannend bleibt“, erklärte sie. Um dies zu fördern, hat die Kita-Leiterin weitere Ideen für die Kinder. „Ich möchte das Vorlesen fest etablieren. Außerdem hab ich die Idee, dass wir Lesepaten für den Kindergarten suchen“, erklärte Sommerfeld-Behrens. Dieses Konzept habe sich bereits in ihrer alten Kita in Hasloh bewährt. Damit werde nicht nur das Lesen von Büchern sowie die Inhalte gefördert, sondern auch das Zwischenmenschliche.

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