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Laternenumzug in Quickborn : Kinder bringen Licht ins Gotteshaus

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die katholische Kirche St. Marien feiert ein stimmungsvolles und traditionsreiches Sankt Martinsfest.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 12:30 Uhr

Quickborn | Es war voll,es war laut, es war bunt. Am Freitagabend herrschte in der katholischen Kirche St.  Marien in Quickborn eine besondere Atmosphäre, als Gottesdienstbeauftragte Dorothe Driessen die große Laterne vor dem Altar entzündete. Kurz vorher hatte sie alle Kinder gebeten, im selben Moment alle elektrischen Lichter in den von ihnen mitgebrachten Laternen einzuschalten.

Im Hintergrund spielte der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh unter der Leitung von Michael Schmult das Lied „Sankt Martin, Sankt Martin“. Es konnte stimmungsvoller nicht sein. Noch aus den Zeiten von Heinrich Hülsmann, Pfarrer im Ruhestand, stammt die beliebte Tradition des Sankt Martinsfestes, zu dem die katholische Kirche Jahr aus Jahr ein alle Kinder aus Quickborn und Umgebung mit ihren Laternen einlädt.

Es ist ein Fest für, mit und von Kindern. Die Kita-Kinder der St.-Marien-Kindertagesstätte führten bereits zum fünften Mal das Martinsspiel auf. „Da nimm meinen halben Mantel. Mehr habe ich nicht“, sagte die kleine „St. Martina“ zu der Bettlerin, die vor ihr saß, und bekam dafür im Anschluss an das Stück rasenden Applaus aus den Reihen des voll besetzten Gotteshauses. „Das war witzig, wie die Gänse gegackert haben“, sagte Thore nach der Aufführung. Der Siebenjährige war mit seinem Freund Lasse aus Hasloh zum Fest gekommen. Bevor die Kinder mit ihren fantasievollen, meist selbst gebastelten Laternen hinausgingen, um Sankt Martin zu sehen, sangen alle gemeinsam „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“.

Draußen erklang schon „Kommt wir gehen Laterne laufen“ aus der Feder von Rolf Zuckowski, gespielt vom Posaunenchor, als Sankt Martin hoch zu Ross angeritten kam. Alle kleinen und großen Laternenläufer folgten dem Heiligen im Bischofsgewand zum Umzug rund um den Kurzen Kamp. Anouk, Isabelle, Samantha (alle 14) und Theo (12) aus der Gruppe „Jufis“ von den St.-Marien-Pfadfindern hielten für alle Besucher Martinsbrötchen bereit. Dazu gab’s Kinderpunsch für die Kleinen und Glühwein für die Großen. Aufwärmen konnten sich alle außerdem an der großen Feuerschale, die mit den Posaunenklängen für eine gemütliche, vorweihnachtliche Stimmung sorgte.

St. Martin war der dritte  Bischof von Tours (316 – 397). Er gilt als einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird darüber hinaus auch in der  orthodoxen, anglikanischen und evangelischen Kirche verehrt. Noch als Soldat begegnete er vorm Stadttor von Amiens einem alten Bettler. Da Martin weder Geld noch Essen bei sich hatte, zerteilte er seinen großen, roten Mantel und warf die eine Hälfte dem Bettler zu. Nachts träumte Martin, dass der Bettler Jesus war. Das Mantelwunder gehört seit dem Mittelalter zu den beliebtesten Heiligen Motiven. Als Martin später zum Bischof berufen werden sollte, versteckte er sich aus Bescheidenheit. Verraten wurde er von einer schnatternden Gans, der heutigen Martinsgans.
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