Karate – keine Frage des Alters

Beim generations- und gürtelübergreifenden Training gibt es keine Abgrenzung, sondern respektvolles, wertschätzendes Miteinander.
Beim generations- und gürtelübergreifenden Training gibt es keine Abgrenzung, sondern respektvolles, wertschätzendes Miteinander.

Der TuS Hasloh startet einen neuen Anfängerkursus für Erwachsene / Interessierte dürfen zwei Trainingsstunden kostenfrei schnuppern

shz.de von
12. Januar 2019, 16:00 Uhr

Wenn sie schlagen, stoßen, treten und blocken, ist das Kunst – Kampfkunst nämlich. Und die ist im Turn- und Sportverein (TuS) Hasloh so beliebt wie lange nicht mehr. Im vergangenen Jahr konnte die Sparte einen Zuwachs von 20 Prozent verzeichnen. In ihrem Shotokan-Karate-Dojo, wie der Übungsraum in den japanischen Kampfkünsten genannt wird, trainieren zurzeit 120 Karatekas im Alter von 5 bis 78 Jahren vom Weiß-Gurt (9. Kyu) bis zum 5. Dan in verschiedenen Gruppen.

Am kommenden Dienstag, 15. Januar, startet um 19 Uhr ein Karate-Anfängerkursus für Erwachsene in der Turnhalle der Peter-Lunding-Grundschule, Am Sportplatz 1 in Hasloh. „Es ist ein spezielles Angebot, das sich an 30- bis 50-jährige Sportinteressierte richtet“, sagte Karatespartenleiterin im Turn- und Sportverein (TuS) Hasloh, Marina Tietze.

Mehr als die Hälfte der Kampfsportler sind Kinder und Jugendliche. „Trotzdem sind wir im Moment in der mittleren Altersklasse nicht so stark vertreten. Es gibt auch viele Eltern, die ihren Kindern beim Training zugucken, die wir gern mit unserem neuen Angebot ansprechen würden“, erläuterte Tietze. Sie habe sich deshalb zusammen mit Trainer Helmut Thätz überlegt, parallel zum Jugendtraining in einem freien Hallendrittel in der Zeit von 19 bis 20 Uhr eine weitere Übungseinheit anzubieten. Für Interessierte gebe es keinerlei sportliche Voraussetzungen, so die Organisatoren. Jeder könne entsprechend seiner körperlichen Möglichkeiten mitmachen.

Während der einstündigen Trainingseinheiten werden Basistechniken des Karatesports vermittelt, die auch zur Selbstverteidigung angewendet werden können. Trainer Thätz (5. Dan) sagte: „Karate ist so vielseitig. Es bietet ein ungeahntes Spektrum, sowohl körperlicher als auch geistiger Art.“ Außer der Fitness sowie hochqualifizierter Bewegungsmöglichkeiten werden vor allem Koordinationsfähigkeiten und Gleichgewichtssinn sehr stark trainiert. Das bedeute für die Teilnehmer automatisch eine Prophylaxe gegen Stürze, deren Gefahr mit steigendem Alter zunehme, worüber es bereits entsprechende Untersuchungen gebe, so Thätz. Auch die mentale Seite sei nicht zu unterschätzen. „Gerade Karate stellt hohe Anforderungen an den Geist. Tagtäglich gibt es neue Herausforderungen, ein perfektes Zusammenspiel zwischen Kopf und Körper sind das A und O“, erläuterte der Fachmann. Schließlich gehe es beim Karatesport um Respekt, Achtung, Vertrauen sowie Anerkennung, die im Alltag nur zu oft auf der Strecke bleiben.

Insbesondere in den generationsübergreifenden Trainingseinheiten am Dienstag- und Freitagabend ab 20 Uhr werde das deutlich. Hier trainieren 14-jährige Jugendliche zusammen mit 70-jährigen Karatekas. „Karate ist cool“, sagte Sarah Boltersdorf. Die 16-jährige Gymnasiastin mag es, beim Kampfsport ihre Grenzen auszutesten. Außerdem gebe es ihr ein gutes Gefühl, in einer eventuellen Notsituation kämpfen zu können. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Marit Ewert (8. Gelbgurt-Kyu) sowie Johanna Grysar (6. Grüngurt-Kyu) trainiert Sarah Seite an Seite mit dem 70-jährigen Olaf Niemann. Der Pensionär hat erst mit 63 Jahren mit dem Karatesport begonnen, um sich fit zu halten. Er trainiert viermal die Woche im Dojo und zusätzlich zuhause, ganz offensichtlich mit Erfolg. Niemann erlangte im Sommer vergangenen Jahr zusammen mit Boltersdorf den zweiten Braungurt.

Ältester Karateka im Hasloher Dojo ist der vierte Trainer Helmut Krumwiede mit 78 Jahren. Er ist Träger des 4. Dan, und auch er begann mit dem Kampfsport erst, als er schon 40 Jahre alt war. Bevor sich die Interessierten für den neuen Karate-Anfängerkursus entscheiden müssen, können sie zweimal gratis zum Schnuppern kommen. Um unverbindliche Anmeldung wird über das TuS-Büro wird gebeten.

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