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Quickborner Tageblatt

23. August 2017 | 01:17 Uhr

Quickborn : Kapazitäten für 70 Geflüchtete

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Zustrom an Schutzsuchenden hat nachgelassen, die Situation in Quickborner Unterkünften ist entspannter - ein Lagebild.

Quickborn | Der Zustrom an Geflüchteten in Quickborn hat abgenommen, der Aufwand ihrer Betreuung nicht. Volker Dentzin, Leiter des Rathausfachbereichs Einwohnerangelegenheiten, sagte im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wir haben zurzeit geringe Zuweisungen, aber damit ist die Aufgabe des Ehrenamts nicht erledigt.“ Nachdem die Helfer den Schutzsuchenden bisher vor allem das Ankommen und eine erste Orientierung erleichterten, stünde nun die eigentliche Integration im Vordergrund.

375 schutzsuchende Menschen leben zurzeit in Quickborn. 82 davon kamen während der Monate Januar bis April 2016 in der Eulenstadt an. Da die Stadt zwischenzeitlich ihre Quote erfüllt hatte, wurde ihr im Mai niemand zugewiesen. Im Juni kamen drei Personen.

Die Zahl der Neuankömmlinge im ersten Halbjahr 2016 liegt damit zwar über der des Vorjahrs. Allerdings begann der große Zustrom an Geflüchteten nach Deutschland erst Mitte 2015. Monatelang war eine steigende Tendenz zu verzeichnen. 2016 ist sie Dentzin zufolge aber stetig gefallen – und das, obwohl das Land kürzlich seine zentrale Aufnahmeeinrichtung geschlossen und die Bewohner auf die Kommunen verteilt hat. Dadurch ergaben sich bis April 2016 in den Kommunen und damit auch in Quickborn höhere Zuwächse an Geflüchteten als im Land. Das Land verteilt elf Prozent der Neuankömmlinge auf den Kreis Pinneberg. Davon kommen 6,7 Prozent nach Quickborn.

Die Stadt hat zurzeit 359 Geflüchtete in mehr als 80 Unterkünfte einquartiert, sowohl in stadteigene als auch in angemietete. Einzelne Schutzsuchende fanden mit Hilfe ehrenamtlicher Unterstützer Wohnraum auf dem freien Markt. Freie Kapazitäten gebe es noch für etwa 70 Personen.

Zur Not könnte Dentzin in den vorhandenen Objekten zusätzlich etwa 50 weitere Betten aufstellen, was aber zu beengten Wohnverhältnissen und zu Spannungen führen könnte. Dank des nachlassenden Zustroms ist das nicht notwendig. „Die Situation in den Unterkünften ist entspannter“, betonte Dentzin.

Aufgrund des nachlassenden Zustroms würde die Stadt keine weiteren Objekte anmieten. Sollte sich die Lage weiter entspannen, würde die Stadt Mietverhältnisse auch wieder auflösen. „Das ist aber zurzeit nicht der Fall“, führte der Fachbereichsleiter aus.

Das Land zahlte ab Januar pro Person eine Integrations- und Aufnahmepauschale in Höhe von 1000 Euro, seit März in Höhe von 2000 Euro. Damit stehen Quickborn seit Jahresbeginn 137.000 Euro zu. Mit diesem Geld finanziert die Stadt vier hauptamtliche Mitarbeiter, davon zwei vollzeitliche Betreuer und zwei Verwaltungskräfte mit jeweils einer Viertelstelle.

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erstellt am 22.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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