Mittelalterlicher Schwertschaukampf : Kampfschau mit scharfen Klingen in Ellerau

Die Profis gaben den Kursteilnehmern einen kleinen Einblick in ihr Können: Kursleiter Peter Brindöpke (rechts) im Duell mit Benjamin Schubert, Mitglied der Schaukampf Akademie Pinneberg.
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Die Profis gaben den Kursteilnehmern einen kleinen Einblick in ihr Können: Kursleiter Peter Brindöpke (rechts) im Duell mit Benjamin Schubert, Mitglied der Schaukampf Akademie Pinneberg.

Die VHS Ellerau gibt mit HIlfe von Pinneberger Verein Einblicke in das besondere Training.

shz.de von
22. Januar 2018, 12:00 Uhr

Ellerau | „Ich bin richtig angefixt“, sagte Elena Claussen begeistert nach nur drei Stunden Training im mittelalterlichen Schwertschaukampf. „Und das obwohl wir noch nicht einmal mit den richtigen Schwertern angefangen haben“, sagte die Frau aus Wedel während des Kursus an der Volkshochschule (VHS) weiter, der am Wochenende in der Turnhalle der Grundschule Ellerau stattfand. Kursleiter Peter Brindöpke führte die sieben Teilnehmer in die Kunst des Schaukampfes mit Schwertern nach dem Vorbild mittelalterlicher Ritter ein.

Der IT-Berater aus Pinneberg kam selbst vor zwölf Jahren durch einen VHS-Kurs auf den Geschmack des außergewöhnlichen Hobbies. Brindöpke stieg mehr und mehr in das Thema ein und es dauerte nicht lange, bis er eigene Kurse im Schwertschaukampf anbot. 2010 gründete er die Schaukampf Akademie Pinneberg, die seit 2014 ein eingetragener Verein ist. Zu den Aktivitäten der Mitglieder gehören regelmäßige Präsentationen in historischen Gewändern auf mittelalterlichen Märkten und Veranstaltungen. Dafür trainieren die Schaukämpfer einmal pro Woche in Pinneberg. „Natürlich gehe immer eine Faszination von Schwertern aus. Sie haben etwas Mystisches“, sagte Brindöpke.

Tanz statt Kampf

Allerdings sei es kein Kampf im eigentlichen Sinne, erklärte der Kursleiter. „Wir vergleichen es sogar oft mit einem Tanz. Man hat einen Partner. Man arbeitet miteinander, lediglich zur Schau gegeneinander“, sagte Brindöpke. Es sei kontaktlos, schließlich solle sich niemand mit den scharfen, zwei Kilogramm schweren Schwertern verletzen. Es gebe kein Konkurrenzdenken und keine Wettkämpfe, es mache einfach nur Spaß, erläuterte der Trainer weiter, der auch Vorstandsvorsitzender der Akademie ist. Selbst das Mittelalter spiele für den reinen Sport eine untergeordnete Rolle. „Allerdings sind die meisten von uns mittelalteraffin“, sagte Brindöpke.

Das war auch für Claussen das Motiv zu kommen. Begonnen hat ihre Leidenschaft mit dem Nähen einer bäuerlichen Gewandung, mit der die Wedelerin mittelalterliche Spektakel besuchte. Jetzt wolle sie in eine andere Rolle schlüpfen. „Als Kriegermeid muss ich allerdings auch ein Schwert richtig halten können“, sagte Claussen. Nach einigen Stunden schweißtreibenden Übens schloss sie nicht aus, das Schwertkampftraining in Zukunft regelmäßig zu besuchen. Bereits nach einer rund fünfstündigen Einführung mit den mit Schaumstoff ummantelten Holzstöcken als Trainingsschwertern gab Brindöpke seinen Teilnehmern die scharfen Klingen aus Blattfederstahl in die Hand. Wer Lust bekommen hat, auch einmal in die mittelalterliche Schwertkampfschaukunst hineinzuschnuppern, kann sich auf der Internetseite www.mittelalterlicher-schaukampf.de näher informieren. In Ellerau gibt es den nächsten VHS-Grundkurs am Wochenende 21.-22. April.

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