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Fußfesseln und Größe für Kondome : Kabarettist Hans Scheibner zu Gast in Quickborn

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mit seinem Programm spannte er den Bogen von Fußfesseln für Flüchtlinge bis hin zu EU-Verordnungen für Mindest-Kondomgrößen.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2016 | 13:00 Uhr

Quickborn | Dass man als Kabarettist nicht umhin kommt, seine ersten Worte auf der Bühne der aktuellen Flüchtlingsthematik zu widmen, zeigte sich auch beim Auftritt von Hans Scheibner am Sonnabend in Quickborn. Mit seinem satirischen Jahresausblick „Auf ein Neues!“ war der 79-Jährige im Artur-Grenz Saal (Am Freibad 7) zu Gast. „Ich war ja schon zweimal hier in Quickborn“, so Scheibner, „und es gefällt mir hier.“ Mit seinem Programm spannte er den Bogen von Fußfesseln für Flüchtlinge bis hin zu EU-Verordnungen für Mindest-Kondomgrößen.

Ein Motto für das Jahr 2016 hatte der Kabarettist auch parat: „Das soll so sein“ lautete es, und beinhaltete von Politik bis zur Gesellschaft alles, was irgendwie krumm und eigenartig anmutete. Da wurde das Grimmsche Märchen von Hänsel und Gretel schnell zu einem Diskurs über das Paarungs- und Trennungsverhalten der Eltern, und auch das Lebkuchenhaus musste einer McDonalds-Filiale weichen.

Die etwa 120 Gäste in der Vorstellung fühlten sich gut unterhalten. „Ich finde, das ist gut für Quickborn“, sagten Birgit Kaven und Veronika Hartges, „und wir kommen ja auch nicht immer in die Stadt für solche Veranstaltungen“. Sie hatten bereits früher im Fernsehen die Sketche Scheibners gesehen, und freuten sich darüber, ihn auch mal „live“ auf der Bühne zu erleben. „Ich habe Hans Scheibner auch schon einmal in Hamburg gesehen“, sagte auch Björn Hildebrand. Der 18-Jährige war von seinen Eltern in den Artur-Grenz-Saal eingeladen worden.

Die Gäste amüsierten sich – auch, wenn der versprochene „Jahresausblick“ Scheibners mehr einer Bestandsaufnahme gleichkam. Die Politriege bekam erwartungsgemäß ihr Fett weg, und die zitierten Kommentare der politischen Fachkräfte zur Flüchtlingsdebatte ließen vielleicht dem einen oder anderen Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleiben. In Sachen Moral blieb sich Scheibner treu: Nicht umsonst hatte er bereits in der Vergangenheit für Kontroversen gesorgt – 1985 trennte sich das Hamburger Abendblatt öffentlich von dem Kolumnisten, nachdem es in der NDR-Talkshow zum Eklat gekommen war. Hans Scheibner hatte damals die Bundeswehr zu ihrem dreißigjährigen Bestehen scharf kritisiert, der damalige Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) verlangte daraufhin empört die Absetzung seiner Fernsehshow „Scheibnerweise“.

Am Sonnabend in Quickborn zeigte sich der Kabarettist deutlich zahmer, und entschärfte sein Programm mit lustig-leichten Geschichten aus dem Alltag, der Hassliebe zwischen Ehefrau und Hauskatze oder dem alten Ehepaar „Hermann und Hermine“. Ein durchaus gelungener Auftakt für das Quickborner Kulturjahr 2016, in dem Hans Scheibners Jahresausblick nur den Anfang einer langen Reihe von teils hochkarätigen Veranstaltungen markiert.

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