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Quickborn : Johanniter-Privatschule bald ohne Standort?

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Kreis Pinneberg erteilt keine Verlängerung der Baugenehmigung für Container.

Quickborn | Für die Quickborner Privatschule steht die Uhr auf fünf vor zwölf: Das Bauamt des Kreises Pinneberg hat die Baugenehmigung für die Container auf dem Gelände am Justus-von-Liebig-Ring nicht verlängert. Der Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Stehen die Schüler dann auf der Straße? Das kann zu diesem Zeitpunkt noch niemand beantworten.

Rückblick: Im Sommer hat das Ministerium für Bildung des Landes Schleswig-Holstein die „Freie Gemeinschaftsschule Quickborn“ genehmigt. Träger der neuen Schule ist die „Anerkannte Schulgesellschaft“ (ASG) aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz. Er kooperiert mit den Johannitern, die ihre Grundschule weiter betreiben. Der Unterricht beider Schulformen findet nun in Containern statt. Was zunächst als Interimslösung für die Grundschule gedacht war, dauert jetzt schon mehr als zwei Jahre an.

Zu lange, wie der Kreis Pinneberg nach einer Prüfung befindet: „Die Räumlichkeiten, in denen die Schule untergebracht ist, sind unseres Erachtens für einen längeren Zeitraum nicht geeignet. Wir können und dürfen deshalb auch keine Genehmigung erteilen “, sagte gestern Günter Zuschlag, Leiter des Fachdienstes Planen und Wohnen beim Kreis Pinneberg, auf Anfrage. Laut Informationen dieser Zeitung soll es auch zahlreiche Anrufe von Anwohnern des Justus-von-Liebig-Rings gegeben haben, die sich bei der Verwaltung über Lärm beschwerten.

Bis zum Sommer 2015 läuft der Mietvertrag der Johanniter mit dem Eigentümer. „Dies ist jedoch ein von der Baugenehmigung losgelöster Tatbestand. Es ist korrekt, dass im ersten Schritt die Baugenehmigung auf dem jetzigen Gelände nicht verlängert wurde. Wir befinden uns aber nach wie vor im Dialog mit dem zuständigen Bauamt des Kreises Pinneberg“, sagte Maria Egleder, Sprecherin der Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Hamburg. Und weiter: „Wir haben bereits die Duldung der Schule auf dem Grundstück beantragt und werden, wenn nötig, von unserem Widerspruchsrecht Gebrauch machen und Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen“, erläuterte sie. Um die Schule in Zukunft unter einem Dach anzubieten, bemühten sich die ASG und die Johanniter zurzeit intensiv um eine gemeinsame räumliche Alternative in Quickborn und der näheren Umgebung, um so schnell wie möglich einen Ersatz für die Interimsschule zu finden. „Die ASG befindet sich zurzeit in Verhandlungen bezüglich einer Lösung“, betonte Egleder. Und die Zeit drängt. „Wir gehen davon aus, dass die Nutzung zum Zeitpunkt des Ablaufs der Genehmigung eingestellt wird“, sagte Zuschlag.

Ein neuer Standort muss her

Und der Kreis der Beteiligten, die über die Zukunft der Privatschule ein Wörtchen mitreden werden, wächst: „Die Voraussetzung für die Genehmigung der Gemeinschaftsschule war, dass sie dauerhaft Schulräume vorhalten muss. Gibt es den Nachweis nicht, ist die Genehmigung in Gefahr. Wir werden den Betreiber anschreiben und auf das Problem hinweisen“, sagte gestern Thomas Schunk, Sprecher des Landesbildungsministeriums in Kiel, auf Anfrage.

Jetzt muss ein neuer Standort her. Doch: „Wir haben den Johannitern fünf bis sechs Grundstücke angeboten. Aber es ist nichts weiter verfolgt worden“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). Ihm täten die Schüler leid.

Unterdessen macht Elmar Süß von der ASG weiter Werbung, zuletzt mit zwei Informations-Veranstaltungen im Beluga-Kino. Reklame für eine Schule, die vielleicht Anfang des nächsten Jahres über keine Räume mehr verfügen wird.

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erstellt am 01.Nov.2014 | 14:00 Uhr

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