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Marktsterben in Quickborn : Jetzt werden die Bürger aktiv

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mittwochs sind noch vier Händler auf dem Rathausplatz vertreten. Arbeitsgruppen des Stadtmarketings suchen nach Lösungen.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Quickborn | Heute ist Markttag in Quickborn. Immer mittwochs und sonnabends säumen in der Zeit von 8 bis 12 Uhr Händler den Rathausplatz. Am vergangenen Mittwoch waren es vier. Kunden konnten an diesem Tag Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und Blumen auf dem Wochenmarkt kaufen. „Der Platz war früher voll“, sagte eine Besucherin, die seit mehr als 20 Jahren auf dem Markt einkauft – aufgrund von Frische, Auswahl und Qualität. Den jetzigen Zustand kommentiert sie mit: „Schade“.

Denn Quickborns Wochenmarkt wird immer kleiner. Schleichend, über Jahre hinweg, kommen immer weniger Marktbeschicker. Die einen kümmert das nicht weiter, die anderen sehen die Existenz des Marktes in Gefahr. Nachdem die Stadtverwaltung bereits im vergangenen Jahr – erfolglos – versucht hatte, mehr Händler zu gewinnen, werden jetzt die Bürger aktiv. Zwei der drei Arbeitsgruppen (Wirtschaft und Leben) des Stadtmarketings suchen derzeit händeringend nach Lösungen. Mit im Boot: der stellvertretende Bürgervorsteher Gerhard Teepe. Als Ratsherr könne er das Thema einbringen, sagt er. „Wir brauchen wieder ein breiteres Angebot“, so Teepe. Auf der Liste der Maßnahmen stehe ein volles Sortiment zu schaffen ganz oben. Zweitens soll der Markt attraktiver gestaltet werden. „Ich plädiere für Aktionen, einmal im Monat sollten wir einen Programmpunkt haben“, sagt Teepe.

Noch werden Ideen gesammelt und Maßnahmen konkretisiert, die dann in einem nächsten Schritt dem entsprechenden Ausschuss vorgelegt werden sollen. Aber warum sind diese Bemühungen überhaupt notwendig? Wieso kommen nur noch eine Handvoll Marktbeschicker in die Eulenstadt? „Weil weniger Kunden kommen“, sagt Willi Schliecker, der seit etwa 20 Jahren in Quickborn Obst und Gemüse anbietet. Die Leute hätten keine Zeit mehr, inzwischen sind meistens beide Partner berufstätig. Ihn störe, dass die Entwicklung so negativ gesehen werde. „Das ist der Lauf der Dinge“, sagt er. Von einem ist Schliecker absolut überzeugt: „Der Markt wird nicht aussterben.“ Schließlich hat er noch seine Stammkunden. Bärbel Böttcher sieht das anders: Ihrer Meinung nach gibt es Kunden genug. Sie ist mit ihrem Geflügelstand seit 1991 auf dem Wochenmarkt vertreten. „Es fehlen einfach Händler, für uns alle wäre ein größeres Angebot schön“, sagt sie. Warum die fehlen , darauf hat Böttcher auch keine Antwort. Ein Wechsel des Standortes bringt nichts, glaubt Böttcher. „Wir stehen doch schon optimal, am Rathaus, in der Nähe des Bahnhofs und des Ärztezentrums. Parkplätze gibt es auch“, sagte sie. Wer Ideen hat oder sich beteiligen möchte, kann sich bei Gerhard Teepe per E-Mail an gteepe@web.de melden.

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