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Quickborner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 06:59 Uhr

Quickborn : Jedes sechste Kind ist betroffen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die ATS-Fachstelle „Kleine Riesen“ nimmt an der bundesweiten Aktionswoche zum Thema „Kinder aus Suchtfamilien“ teil.

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Es sind alarmierende Zahlen: „Jedes sechste Kind wächst zeitweise in einer Familie auf, in der ein oder beide Elternteile von einer Abhängigkeitserkrankung betroffen sind“, sagt Diplom-Sozialpädagogin Sina Jessen, Projektleiterin der „Kleinen Riesen“. Das gelte auch für Quickborn. Ihre Fachstelle, die zur ATS Suchtberatungsstelle Quickborn gehört, nimmt an der bundesweiten Aktionswoche zum Thema „Kinder aus Suchtfamilien“ (9. bis 15. Februar) teil, die unter der Schirmherrschaft der Schauspielerin Katrin Sass steht.

Die Diplom-Sozialpädagogin wird am Montag, 10. Februar, einen Vortragsabend zum Thema „Sucht in der Familie – eine Erkrankung über die Generationsgrenze hinweg?!“, moderieren. Beginn in den Räumen der Quickborner ATS-Beratungsstelle, Am Freibad 23, ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen unter Telefon (0 41 06) 6 00 00 oder sucht.quick@ats-sh.de.

Gestern informierte Jessen über ihr Angebot. Die Gäste werden an diesem Abend Wissenswertes über die „Kleinen Riesen“ erfahren. Auch eine ehemalige „Kleine Riesin“ wird über ihre Erfahrungen berichten.

Seit nunmehr zehn Jahren bietet die ATS Suchtberatungsstelle dieses preisgekrönte Projekt an. Aktuell nehmen 29 Kinder und Jugendliche daran teil. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde insgesamt 600 jungen Teilnehmern geholfen. Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren, die aus suchtbelasteten Familien stammen.

Im Erwachsenenalter oft selbst suchtkrank

„Ungefähr ein Drittel von ihnen entwickelt in der Jugend oder im Erwachsenenalter eine eigene Abhängigkeitskrankheit“, erläutert Jessen. Droge Nummer eins sei immer noch Alkohol. In Norderstedt, im Randgebiet von Hamburg, spiele auch Cannabis eine große Rolle als Suchtmittel.

Während Einzel- und Gruppentreffen werden Kinder aus suchtbelasteten Familien gestärkt und von Schuldgefühlen und Verantwortung für die Familien entlastet. „Viele Kinder sind beschämt. Es ist für sie eine Entlastung, offen und mit Gleichaltrigen darüber zu sprechen“, so Jessen. Der Vortragsabend soll auch dazu dienen, die Hemmschwelle zu nehmen, sich an die Suchtberatungsstelle zu wenden. Gewöhnlich seien es Schulsozialarbeiter, Lehrer und Erzieher, die darauf hinweisen, wenn ein Kind Probleme aufgrund seines familiären Umfelds hat.

„Es passiert nicht, dass ein sechsjähriges Kind bei uns an die Tür klopft. Erst im Rahmen unserer Schulprojekte öffnen sich die Kinder.“, sagt Diplom-Pädagogin Daniela Willrodt.

Aber nicht nur Quickborn, sondern auch in Pinneberg, Tornesch, Schenefeld und Elmshorn kümmert man sich um Kinder aus suchtkranken Familien. „Wir sind mit fünf Beratungsstellen im Kreis Pinneberg gut aufgestellt“, lautet das Fazit von Jessen.

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