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Quickborner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 22:31 Uhr

Ellerbek : Immer wieder Fehlalarm

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bereits sechs unnötige Einsätze: Die defekte Brandmeldeanlage eines Unternehmens hält Freiwillige Feuerwehr auf Trab - und verursacht hohe Kosten.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Schon im Februar während der Jahreshauptversammlung der Ellerbeker Freiwilligen Feuerwehr waren diese Einsätze Thema: Immer wieder müssen die Brandschützer ausrücken, weil Brandmeldeanlagen auslösen, die offenbar nicht richtig gewartet werden. Insbesondere der Holzhandel Roggemann in der Waldhofstraße stand im Fokus: Bereits sechs Mal rückten die Brandbekämpfer in diesem Jahr aus.

So auch wieder am vergangenen Sonnabend. Um 12.44 Uhr piepte der Melder, 24 Einsatzkräfte ließen alles stehen und liegen – um einmal mehr festzustellen, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. „Mit dem Alarm wird auch ein Schlüsseltresor freigeschaltet, damit wir schnell auf das Gelände können“, erklärt Sönke Mertinat, Pressesprecher der Ellerbeker Wehr. Dieser Mechanismus funktioniere jedoch seit einiger Zeit nicht mehr, so dass die Wehr im Notfall Schlösser aufbrechen müsste, berichtet Mertinat weiter.

„Das Problem ist uns bekannt, leider hatten unsere zahlreichen Versuche, die Anlage zu reparieren, keinen Erfolg“, sagt Max Roggemann, geschäftsführender Gesellschafter des Betriebs. Inzwischen habe sein Unternehmen die Konsequenzen gezogen. „Ein Architekt hat das Gelände mit dem Vertreter einer anderen Firma, die Brandmeldeanlagen herstellt, besichtigt. Wir warten jetzt auf ein Angebot“, kündigt der Unternehmer an.

Die zahlreichen Fehlalarme bedauert er: „Es ist nicht in unserem Sinn, dass die Feuerwehr zu Fehlalarmen ausrücken muss“, sagt er. Leider habe ein Mitarbeiter, der sich zum Zeitpunkt des Alarms am vergangenen Sonnabend in der Firma aufgehalten habe, das nicht mitbekommen. „Er war in einem anderen Raum und hat das Warnsignal nicht gehört“, erklärt Roggemann.

Erst Adrenalinschub, dann Frustration

Die Kosten für solche Einsätze den betreffenden Firmen in Rechnung zu stellen, war die zentrale Forderung der Wehr und des Bürgermeisters bei der Diskussion zu diesem Thema während der Jahreshauptversammlung. Eine Gebührensatzung dafür hat die Gemeinde Ellerbek seit 2001. Und setzt sie inzwischen auch um: „Wir haben Rechnungen bekommen – das ist ärgerlich, aber verständlich“, bestätigt Roggemann.

Immerhin werden laut Satzung für jeden Einsatz 1286 Euro für 24 Personen, zwei Löschgruppenfahrzeuge und ein Tanklöschfahrzeug fällig. „Da der Betrieb ein Holzgroßhandel ist, wird beim Auslösen des Alarms automatisch die gesamte Wehr alarmiert“, berichtet Mertinat. Das bedeute, dass 24 Kameraden ihren Arbeitsplatz – oder auch das warme Bett– verlassen müssen, um zu einem Einsatzort zu eilen, der gar keiner ist. „Das ist ein Wechselbad zwischen Adrenalin und Frust“, beschreibt Mertinat.

Privathaushalte, deren Rauchmelder ohne Grund Alarm schlagen und damit einen Feuerwehreinsatz verursachen, würden auch in Zukunft keine Rechnung erhalten, versichert Michael Bunk, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. „Rauchmelder sind in jedem Haushalt Pflicht und haben schon zahlreiche Menschenleben gerettet“, wirbt Bunk für die Montage. Und auch für den regelmäßigen Wechsel der Batterien, damit es nicht grundlos mitten in der Nacht piept.

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