Idee aus Kalifornien : Immer mehr „Lebende Steine“: Tradition der Gemeinde St. Marien in Quickborn

Pfarrer Georg Bergner (links) hat die Nummer seines Lieblings-Psalms in den Klinkerstein einprägt lassen. Rosi und Wolfgang Wiese brachten die Idee von einer Reise mit.
Pfarrer Georg Bergner (links) hat die Nummer seines Lieblings-Psalms in den Klinkerstein einprägt lassen. Rosi und Wolfgang Wiese brachten die Idee von einer Reise mit.

Am 28. Mai 2000, also fast auf den Tag genau vor 18 Jahren wurde das neue Gotteshaus geweiht.

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06. Juni 2018, 13:00 Uhr

Quickborn | Auf dem Kirchplatz der Katholischen Gemeinde St. Marien in Quickborn im Kurzen Kamp liegen seit einigen Tagen zehn neue „Lebende Steine“. Wie es die feierliche Tradition will, werden sie alljährlich zum Kirchweihfest im Anschluss an den Gottesdienst mit einer besonderen Zeremonie eingesetzt. In diesem Jahr feierten die Gläubigen dabei ein denkwürdiges Ereignis. „Heute wird die Kirche großjährig“, verkündete Pfarrer Georg Bergner während des Festhochamtes.

Beständigkeit, Stabilität, Unvergänglichkeit

Am 28. Mai 2000, also fast auf den Tag genau vor 18 Jahren wurde das neue Gotteshaus geweiht. Aus der Zeit stammt auch die Idee der „Lebenden Steine“, die das Ehepaar Rosi und Wolfgang Wiese von einer Kalifornien-Reise mitgebracht hatte. Noch heute können präparierte Klinkersteine, in die durch ein spezielles Verfahren Namen, Daten oder andere Widmungen eingeprägt werden können, erworben werden. Das Geld für die Steine kommt einer Stiftung der Gemeinde für besondere Projekte zugute. Steine tragen für viele Menschen seit jeher eine ganz besondere Symbolik in sich. Sie stehen für Beständigkeit, Stabilität, Unvergänglichkeit und inneren Zusammenhalt. Es gibt Gedenksteine, Erinnerungssteine oder den Stein der Weisen.

Magda-Lena und Florian Rieser setzten ihr Hochzeitsgeschenk, einen Erinnerungsstein an ihren glücklichsten Tag ein.
Natascha Thölen
Magda-Lena und Florian Rieser setzten ihr Hochzeitsgeschenk, einen Erinnerungsstein an ihren glücklichsten Tag ein.

Im Christentum werden seit dem vierten Jahrhundert Altare aus Stein errichtet. In der Bibel wird Jesus im ersten Petrusbrief als „lebendiger Stein“ bezeichnet. Das Leitbild der Katholischen Kirche St. Marien geht noch einen Schritt weiter. Es lautet „Wir sind lebendige Steine im Haus Gottes“. Der ehemalige Pfarrer der Gemeinde, Wolfgang Guttmann, sagte einmal: „Es sind vielmehr die Menschen, Frauen und Männer, jung und alt, die Getauften, die an Jesus Glaubenden, die das wirkliche Bauwerk der Gemeinde, das geistige Haus ausmachen.“ Magda-Lena und Florian Rieser haben am 24. Juni 2017 geheiratet. Eines ihrer Hochzeitsgeschenke von den Eltern war ein Erinnerungsstein an ihren glücklichsten Tag. Jetzt konnten die beiden ihn gemeinsam einsetzen und zwar direkt neben einem weiteren Stein von Magda-Lena, der an ihre Taufe ein Jahr zuvor erinnert.

Auch Pfarrer Bergner schlug einen personalisierten Stein mit dem dicken Hartgummi-Spezial-Hammer in den Kirchplatz. Bergner hatte außer seinem Namen die Psalm-Nummer 27,8 einprägen lassen. „Mein Herz denkt an dein Wort: ‚Sucht mein Angesicht!‘ Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.“

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