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Quickborner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 10:27 Uhr

Quickborn : Im Visier des Steuerzahlerbunds

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Kostenexplosion bei Schulsanierung: Kontrollorgan bittet Stadt um Auskunft über Höhe der Ausgaben für einen Neubau.

von
erstellt am 04.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Quickborn | Im Guinness-Buch der Rekorde erwähnt zu werden, ist eine Ehre – im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler aufzutauchen eher nicht. Doch nun droht der Stadt Quickborn ein Eintrag in jenes Buch, das auf Negativbeispiele für die Verschwendung von Steuergeldern hinweist.

Tatsache ist: Der Bund der Steuerzahler Schleswig-Holstein nimmt Quickborn ins Visier. Anlass ist die Kostenexplosion im Zuge der geplanten Sanierung am Schulzentrum-Süd, die nicht nur die Sporthalle, sondern auch das Elsensee-Gymnasium und das alte Realschulgebäude betrifft.

„Wir haben über Medienberichte davon erfahren“, sagt Rainer Kersten, Geschäftsführer vom Bund der Steuerzahler Schleswig Holstein in Kiel. Das Kontrollorgan möchte unter anderem von der Quickborner Verwaltung wissen, wie hoch die Kosten für einen möglichen Neubau des Schulzentrums sind und welche Alternativen geprüft worden sind.

Wie berichtet, ging die Verwaltung zunächst von Kosten in Höhe 4,4 Millionen Euro aus. Dann war die Rede von 9,7 Millionen Euro. Nach aktuellen Schätzungen beläuft sich die Summe auf etwa 18 Millionen Euro.

Nicht nur die Politik zeigte sich über diese Kostensteigerung entsetzt, auch Kersten redet Klartext: „Es ist ein bisschen fragwürdig, dass die Stadt nicht über den schlechten Zustand des Schulgebäudes Bescheid wusste und sich jetzt überrascht zeigt. Das hinterfragen wir.“ Was habe das Gebäudemanagement die ganze Zeit über gemacht? Habe es keinen Hausmeister gegeben, der die Verwaltung über den Zustand informieren konnte?, so Kersten.

Einen Sanierungsstau an Schulen gebe es auch in anderen Städten und Gemeinden. „Damit ist Quickborn nicht allein.“ Kersten stelle sich jedoch die Frage, warum es kein Papier gegeben habe, das Auskunft darüber erteilt, was alles gemacht werden müsse, und keinen Zeitplan darüber, wann was gemacht werde. Außerdem habe die Stadt einen schlechten Kenntnisstand über das eigene Vermögen, so Kersten.

Ob Quickborn nun einen Eintrag ins Schwarzbuch erhält, steht noch nicht fest. „Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Wir haben uns noch keine Meinung gebildet“, sagte Kersten und ergänzte: „Wir recherchieren das ganze Jahr über. Im Schwarzbuch steht eine Auswahl an Fällen.“

„Wir sind der Bitte des Bundes der Steuerzahler gefolgt. Wir haben nichts zu verheimlichen“, sagt Fachbereichsleiter Ralf Gercken. Die Unterlagen, die an den Bund der Steuerzahler und auch an die Lokalpolitik übermittelt worden sind, gehen bei einem Neubau von Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro aus. Deswegen lautet auch die Empfehlung an die Politik: „Die Verwaltung zieht einen Neubau nicht in Betracht“, so Gercken.

Der Ausschuss für Bildung trifft sich am Donnerstag, 9. Oktober, zu seiner Sitzung. Beginn ist um 18.30 Uhr in der Mensa der Comenius-Schule, Am Freibad. Der Ausschuss für Kommunale Dienstleistungen stößt um 19 Uhr dazu. Themen: die Sanierungsvariaten für Sporthalle und Schule.
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