Im Autobahnklo brennt die Hütte

Auch die Polizei kommt für die Erledigung ihrer Geschäfte in der Autobahntoilette vorbei. Die Herren führen dann sofort eins der typischen Porzellanschüsselgespräche.
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Auch die Polizei kommt für die Erledigung ihrer Geschäfte in der Autobahntoilette vorbei. Die Herren führen dann sofort eins der typischen Porzellanschüsselgespräche.

Die Ellerauer VHS-Theatergruppe Bühnenreif zeigt ihr neues Stück am Wochenende zweimal vor ausverkauftem Haus

shz.de von
15. Januar 2018, 15:32 Uhr

Die Uraufführung sowie die zweite Vorstellung des neuen Stückes „Krach im stillen Örtchen“ der Theatertruppe „Bühnenreif“ in Elleraus Grundschule waren bereits im Vorfeld ausverkauft. Kein Wunder, wenn Regisseurin Bibi Maaß gemeinsam mit ihren bereits renommierten Amateur-Mimen die Texte verfassen und urkomische Szenen aus dem täglichen Leben präsentieren, sind amüsante Stunden voll herzerfrischender Unterhaltung programmiert.

Hauptdarstellerin Hilla Kübel überzeugte in ihrer Rolle als Klofrau Elfriede mit Arbeitsplatz in einer öffentlichen Bedürfnisanstalt an der aufgerissenen Autobahn A 7. Unterstützung erhielt sie durch Cheyenne, gespielt von Tina Reese, die hauptberuflich „akustische Lebensberatung für Männer“, also Telefon-Sex, anbietet und bei Elfriede ein Praktikum als Hygienefachkraft absolviert. Mit charmantem, tiefgründigen Humor kümmern sich die beiden unterschiedlichen Klofrauen um die wiederum sehr verschiedenen Besucher mit ihren ganz eigenen Nöten und skurrilen Geschichten. Das Besondere an den Charakteren ist ihre Authentizität. Der Zuschauer hat schnell das Gefühl, genau so jemanden zu kennen, oder fühlt sich irgendwie ertappt bei dem einen oder anderen Wortgefecht.

Dabei schafften es Maaß und ihre Kollegen mit den ausgefeilten Pointen und äußerst kreativen Begriffskreationen, dass ihre Zuschauer vor Lachen Tränen vergossen. Sei es, wenn Ulf Wilkens, knochentrocken als Dr. Steinhäuser von der Unternehmensberatung Kellerham & Friede „neuen Spirit“ ins „Urinier-Zentrum 5.0“ der Zukunft bringen will oder Herr Kommnich mit seinem Gehwagen aus dem gegenüberliegenden Pflegeheim vorbeikommt, um sich seine Schwarzwälder-Kirschtorte servieren zu lassen. Der leicht demente Senior, dargestellt von Lutz Raasch, wird von der mit perfekt osteuropäischem Akzent sprechenden Olga alias Christina Juhl sehr fürsorglich wieder nach Hause begleitet.

Ina Twisselmann brachte das Publikum als Domina zum Lachen, als sie das Bedürfnisetablissement stundenweise mit einem Kunden anmietet. Schließlich hatten die Klofrauen ihre eigenen Nöte mit Mafiabraut Jutta Schilder, die für ihren Verein „Tu Gutes“ die Hälfte aller Einnahmen kassieren wollte. Ihr war jedoch die gefrustete Pflichtteilerbin Anna, gespielt von Bärbel Benkwitz, zuvorgekommen. Roland Hansen entledigte sich als Polizist bei einem typisch männlichen Porzellanschüsselgespräch.

„Eine saustarke Vorstellung“, dachten wohl am Ende alle Zuschauer. Elleraus VHS-Leiterin Katrin Pfützner brachte genau das Lob auf kleine Dankeskärtchen, befestigt an Marzipanschweinchen, die sie den Mitwirkenden unter tosendem Applaus der Besucher überreichte. „Wir hatten ein geiles Publikum. Es ist schön, wenn man auf der Bühne merkt, wie die Zuschauer so richtig in Schwung kommen“, sagte Maaß nach der Vorstellung überwältigt. Sie sterbe noch immer vor jedem Auftritt vor Lampenfieber, umso glücklicher sei sie, dass alles so super gelaufen sei, so die Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin.

Wer das Stück „Krach im stillen Örtchen“ sehen möchte, hat am Sonnabend, 20. Januar, um 19.30 Uhr im Quickborner Artur-Grenz-Saal noch einmal die Möglichkeit dazu. Es gibt noch Restkarten. Am 17. Februar um 20 Uhr gastiert das Ensemble im Bürgerhaus in Alveslohe. Auch hierfür gibt es noch Karten.

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