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Erste Hilfe : „Ihr habt etwas fürs ganze Leben gelernt“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ellerbeker Grundschüler trainieren Erste Hilfe. Ausbildung in Theorie und Praxis.

von
erstellt am 31.Mai.2014 | 14:30 Uhr

Ellerbek | „Dort hinten beim Fahrradständer, da liegt einer“, ruft ein Mädchen und läuft los. Täuschend echt sieht die Platzwunde am Kopf des „Verletzen“ aus. Schnell werden die Aufgaben verteilt: Einer setzt den Notruf ab, der nächste holt den Verbandskasten, die anderen bleiben beim Verletzten und sprechen mit ihm.

Diese Szene spielte sich am Mittwochmorgen auf dem Schulhof der Ellerbeker Hermann-Löns-Grundschule ab und war der praktische Teil der Erste-Hilfe-Ausbildung der Klasse 3 a. „Wir haben das Thema Erste Hilfe im Unterricht behandelt“, erzählt Klassenlehrerin Sonja Wittekind. Hintergrund sei die Klassenfahrt nach Sylt, die in Kürze stattfinden werde. Gemeinsam mit Sabrina Matthies, Lehrerin in Vorbereitung, erarbeiteten die Schüler die gängigen Sofortmaßnahmen. „Gruppenweise recherchierten die Kinder, was bei beispielsweise bei Verbrühungen, Unterkühlungen, Knochenbrüchen und Insektenstichen zu tun ist“, berichtet Wittekind.

Auf Plakaten wurden die einzelnen Schritte festgehalten: Was sehe ich? Was ist die Gefahr? Wie kann ich helfen?, waren dabei die Leitfragen. „Anschließend stellte jede Gruppe der Klasse ihr Ergebnis vor“, so Wittekind weiter. Daraus entstand eine Plakatserie, die für einige Zeit in den Fluren der Schule ausgestellt sein wird.

Gemeinsam mit Guido Horstmann und Rainer Boda, beide Ausbilder bei der Hamburger Feuerwehr, wurde dann der praktische Teil vorbereitet. „Kinder sich tabulos. Sie fragen nicht danach, ob sie sich vielleicht schmutzig machen – sie wollen einfach nur helfen“, sagt Horstmann.

Und genau das wurde dann geübt. Dafür wurden vier Schüler als Verletzte geschminkt, die die Ersthelfer-Teams dann versorgen mussten. „Das war sehr aufregend, ich wusste erst gar nicht, was ich tun soll“, gibt Marie in der Nachbesprechung zu. „Wir hatten vorher die Aufgaben verteilt, waren dann aber doch durcheinander, als wir das Blut sahen“, sagt Luisa und André ergänzt: „Es ist toll, dass wir das allein machen durften.“

Ausbilder Boda betonte, dass es wichtig sei für Ruhe zu sorgen und mit dem Verletzten zu sprechen, um ihn abzulenken. „Ihr habt das alle ganz toll gemacht – und ihr habt etwas für euer ganzes Leben gelernt“, lobte Wittekind ihre Schüler.

An einer Puppe durften die Schüler dann noch die Wiederbelebung üben. „Auch damit gehen Kinder ganz selbstverständlich um, sie haben keine Angst, etwas falsch zu machen“, sagt Horstmann. Der Abschluss war für viele Drittklässler der Höhepunkt: Die Besichtigung des Notarztwagens brachte die Augen der Kinder zum Leuchten.

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