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Bönningstedt : „Ich will nur Gleichbehandlung“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bönningstedter Bürger wehrt sich gegen Bäume in der Ahornstraße: Sie stehen seines Erachtens zu dicht an der Grundstücksgrenze

von
erstellt am 24.Apr.2014 | 13:31 Uhr

Den ersten Brief an Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske (BWG) verfasste Hauseigentümer Oliver Renzow am 29. August 2010. Der Grund: die Bepflanzung der Ahornstraße mit großkronigen Spitzahörnern wie es im Grünordnungsplan festgelegt ist. Das Problem sei dabei jedoch, dass die vorgesehenen Bäume – Spitzahorn, Bergahorn, Esche und Stieleiche – bis zu 40 Meter hoch werden könnten, erläutert der Anwohner, der sich über gleich drei solcher Bäume in unmittelbarer Nähe seines Grundstücks beschwert. „Damit entsprechen sie jedoch nicht dem Bebauungsplan 16 für dieses Wohngebiet, denn dort ist eindeutig die Höhe der Grenzbepflanzung geregelt“, so Renzows Argument.

Was ihn schon 2010 maßlos ärgerte: Nur wenige Häuser weiter waren zwei Bäume von Unbekannten unsachgerecht beschnitten worden – und wurden anschließend durch kleinere Kugelahorne ersetzt. „Das ist genau das, was ich auch möchte“, so Renzows Forderung, die bis heute von Liske unbeantwortet blieb.

„Bürgermeister Liske hat sich in dieser Sache für befangen erklärt“, gab Verwaltungsmitarbeiter Michael Görres auf Anfrage dieser Zeitung bekannt. Denn auch Liske wohnt in der Ahornstraße. „Irgendwer muss sich doch zuständig fühlen, das Problem zu lösen“, sagt Renzow.

Sein nächster Versuch: die Schlichtung durch die Schiedsfrau. Aus der Einigung wurde jedoch nichts. „Die fiel ins Wasser, weil Schiedsleute zwar bei Nachbarschaftsstreitereien vermitteln, aber nicht bei Konflikten zwischen der Gemeinde und Bürgern“, berichtet Renzow. Dann passierte längere Zeit nichts. „Ich war beruflich zu diesem Zeitpunkt sehr eingespannt und viel unterwegs, mir fehlte schlicht die Zeit, mich weiter darum zu kümmern“, erklärt Renzow.

Im Oktober 2013 schließlich wandte sich Renzow an die Verwaltung in Quickborn: Er stellte einen Antrag auf ersatzweise Bepflanzung mit kleineren Bäumen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, sammelte Renzow Unterschriften in der Nachbarschaft – mit Erfolg. Am 7. November 2013 wurde der Antrag der mitsamt der Unterschriftenliste eingerichtet worden war, im Umweltausschuss beraten – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Das Ergebnis: Die Verwaltung wurde beauftragt, zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, den Grünordnungsplan zu ändern. „Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, teilte die Verwaltung Renzow im Januar 2014 schließlich mit. Allerdings: Auf Nachfrage erklärt Görres: „Lediglich textliche Festsetzungen sind tatsächlich in den B-Plan 16 übernommen worden. Damit ist die Mindestzahl von zu pflanzenden Bäumen, nicht aber deren konkreter Standort festgesetzt.“ Soll heißen: Nur die vier Arten von Bäumen, die gepflanzt werden sollen, sind benannt worden – nicht die Orte, wo diese stehen sollen.

„Dass diese Bäume zudem viel zu dicht an der Grundstücksgrenze stehen, sieht auch ein Laie“, ärgert sich Renzow. In der Tat: Knapp 20 Zentimeter neben der Steinmauer, die seine Grundstücksgrenze markiert, wächst einer der Bäume, dessen Krone fast zur Hälfte aus seine Terrasse ragt. Darin sieht Renzow einen Verstoß gegen das Nachbarrechtsgesetz. „Auch hierzu sind Prüfungen veranlasst, es liegen noch keine Ergebnisse vor“, lautet die Auskunft der Verwaltung.

Renzow will den Zustand nicht länger hinnehmen und hat inzwischen auch einen Rechtsanwalt um Hilfe gebeten: „Ich werde mein Recht durchsetzen, egal wie mühsam der Weg ist.“

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