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Robinson-Kindergarten in Hasloh : „Ich möchte gern Erzieher werden“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Feuer und Flamme für den Beruf - doch dazu fehlt dem 18-jährigen „Bufdi “ Robin der Schulabschluss.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Die Tür zum Essensraum des Hasloher Robinson-Kindergartens öffnet sich und ein kleiner Junge läuft schnurstracks zur Besteckschublade. Er sucht einen Löffel. „Wenn du deinen Löffel hast, machst du dann bitte die Tür zu?“, fragt ihn Robin Gutjahr (18), Bundesfreiwilligendienstleistender (Bufdi) aus Hemdingen.

Seit Anfang August arbeitet er dort, und ist Feuer und Flamme für den Beruf. Schon in seiner Schulzeit hatte ihm ein Lehrer ans Herz gelegt, einen sozialen Beruf zu erlernen. Auch Robins Mutter steht hinter seiner Wahl: „Was sollst du in der Werkstatt? Du solltest mit Kindern arbeiten“, legte sie ihrem Sohn ans Herz.

An der Comeniusschule in Quickborn hatte Robin während des Projektes „Produktives Lernen“ sechs dreimonatige Praktika gemacht. Zusätzlich zum Schulunterricht arbeitete Robin damals in einer Kfz-Werkstatt, einer Lackiererei, im Altenheim – und dann im Robinson-Kindergarten. „Schon im Altenheim wurde mir klar, dass ich gern mit Menschen arbeite“, erzählt er. Nur für die Pflege habe er sich nicht begeistern können.

Umso mehr machte ihm dann die Arbeit im Kindergarten Spaß. Jetzt arbeitet der junge Mann jeden Tag im Kindergarten, von halb acht bis um vier. „Wenn ich die Wahl hätte, würde ich am liebsten Psychologie studieren“, sagt Robin. Doch diese Wahl hat er nicht: An der Regionalschule in Quickborn hat er zwar seinen Abschluss gemacht, aber nicht besonders gut. Mit „Faulheit und fehlendem Blick in die Zukunft“, gibt er offen zu. „Wenn ich nochmal die Chance hätte, würde ich es ganz anders angehen“, sagt er.

Realistischer als ein Studium erscheint ihm die vierjährige Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten (SPA), doch dafür benötigt er einen Realschulabschluss. „Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich quasi keine Perspektive“, stellt er fest. Es sei denn, die Aussicht auf seinen Traumberuf motiviert ihn so sehr, dass er noch einmal die Schulbank drückt und den Abschluss nachholt.

Die Freude am Job vergeht ihm trotz der Umstände nicht. „Ich habe immer Lust und gute Laune, wenn ich morgens komme, und ich bin am Nachmittag immer noch fit“, sagt er und lacht. Er liebt die Kinder, und die Kinder lieben ihn. Der kleine Junge nimmt sich seinen Löffel und verlässt den Essensraum. „Manchmal hören sie dich, tun aber so, als wärst du nicht da“ sagt Robin. „Aber daran gewöhnt man sich.“

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