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Tangstedt : „Hundisch“ für kleine Zweibeiner

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Missverständnisse vermeiden lernen: Trainerin Bärbel Dreisbach vermittelt im Kindergarten die Körpersprache von Hunden.

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Aufmerksam und auch ein bisschen aufgeregt sitzen 15 Vorschulkinder des Tangstedter Kindergartens auf dem Boden. Zu Besuch sind Bärbel Dreisbach und ihre Praktikantin Jutta Schulz. „Ich habe schon vor Jahren ein Programm entwickelt, bei dem Menschen lernen sollen, die Körpersprache von Hunden zu verstehen“, erläutert Dreisbach, die in Rellingen eine Tierheilpraxis und seit kurzem auch eine Hundeschule in Tangstedt betreibt.

Jetzt sollen die Mädchen und Jungen, die im Sommer zur Schule kommen, im Rahmen ihres Vorschulprojekts den Umgang mit Hunden erlernen. Zunächst steht das Kennenlernen der beiden Tiere „Kalle“ und „Kurt“ auf dem Programm. „Menschen geben sich die Hand, bei Hunden ist das anders“, erklärt Dreisbach den Kindern und bittet einen Jungen zu sich. „Schaut mal, was der Hund macht, um ihn kennen zu lernen“, sagt die Trainerin. Langsam nähert sich der Hund dem Kind, dann fängt das Tier an zu schnuppern. „Er will als Erstes den Körpergeruch aufnehmen, deshalb schnuppert er an der Nase, am Mund – und manchmal auch am Popo“, so Dreisbach.

Ob die Kinder die Vierbeiner streicheln wollen, braucht sie nicht zwei Mal zu fragen. Doch die meisten Hände landen auf dem Kopf und dem Rücken des Tieres. Geschickt greift Dreisbach den Impuls auf und demonstriert an einem Kind, dass es ziemlich unangenehm sein kann, wenn ein fremder Mensch „einfach so“ jemandem über den Kopf streichelt oder ihn gar in den Arm nimmt. „Schaut mal, wie ‚Kurt’ reagiert, wenn ich meine Arme um seinen Kopf lege“, sagt die Trainerin und die Antworten kommen prompt: „Er windet sich heraus, er will das nicht“, erkennen die Kinder – und haben verstanden. „Hunde umarmen sich nur dann, wenn sie miteinander kämpfen wollen“, macht Dreisbach den Kindern klar.

Aber wie und wo möchte ein Hund denn gestreichelt werden? Gemeinsam gehen die Mädchen und Jungen der Frage nach und stellen durch Ausprobieren und Beobachten fest: Hinter den Ohren gekrault zu werden, gefällt dem Tier ganz offensichtlich, auch das Streicheln am Bauch scheint, zu gefallen. „Jetzt wisst ihr schon mehr als ganz viele Erwachsene“, lobt die Trainerin.

„Viele Missverständnisse zwischen Tier und Mensch entstehen, weil die Körpersprache der Tiere vom Menschen gar nicht oder völlig falsch verstanden wird“, berichtet Dreisbach. Ziel sei es auch, Kinder vor Übergriffen von schlecht erzogenen Hunden zu schützen. „Wer Angst bekommt und wegläuft, gibt dem Hund einen Grund zu jagen“, sagt sie und empfiehlt: „Stehen bleiben, fremde Tiere niemals anfassen, einfach schnuppern lassen und sich möglichst uninteressant machen.“

Nach und nach werden sich die Kindergartenkinder und die beiden Vierbeiner aneinander gewöhnen und gemeinsam zum Hundeplatz gehen.

Für die beiden Erzieher, Jutta Hahn-Viering und Alex Staschkow, steht das ganzheitliche Lernen im Vordergrund: „Tiere fördern das Verantwortungsbewusstsein und auch die Konzentration“, sagt Hahn-Viering. Vor den Sommerferien, zum Abschluss des Projekts, werden die Kinder zeigen, welche Tricks sie mit den Tieren einstudiert haben.

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