Freie Grundschule : Holpriger Start an der Privatschule in Quickborn

Eine uneinheitliche Kommunikation, Vertragswirrwarr und Terminverschiebungen lassen bei einem Teil der Eltern die Verunsicherung wachsen.

Eine uneinheitliche Kommunikation, Vertragswirrwarr und Terminverschiebungen lassen bei einem Teil der Eltern die Verunsicherung wachsen.

Kommunikationschaos verunsichert Eltern der neuen Erstklässler. Schule bittet um Vertrauen.

shz.de von
20. Juni 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | Komplizierte Verträge, uneinheitliche Informationen, nicht eingehaltene Zusagen, Terminverschiebungen: Noch läuft offenbar nicht alles rund an der Freien Grundschule in Quickborn. Weil die Verunsicherung in Teilen der Elternschaft wächst, haben Sprecherin Anna Graf und der Leiter der Freien Gemeinschaftsschule, Florian Wüstenberg, jetzt Fehler vor allem in der Kommunikation eingeräumt, gleichzeitig die Eltern aber um Vertrauen und Geduld gebeten.

„Wir haben einen Vertrag mit der Schule abgeschlossen, bekamen dann plötzlich einen neuen Entwurf, in dem zum Beispiel Überweisungstermine verändert worden waren. Als wir uns über die Gründe informieren wollten, hieß es, wir könnten den alten Vertrag doch behalten“, berichtet eine betroffene Mutter. Zudem seien plötzlich die Kosten geändert worden, ohne dass sich das für die Eltern erschlossen habe. Eine Einsichtnahme in zusätzliche Kosten etwa für Ferienbetreuung oder Mittagsverpflegung habe es nicht oder nur in mündlicher Form gegeben. Sie kritisiert weiter, keinen Zugriff auf das Intranet der Schule zu haben, obwohl von ihr gefordert worden sei, Buchungen zeitnah online durchzuführen.

Keine Antworten

Anrufe im Schulsekretariat seien nicht hilfreich gewesen. „Die arme Mitarbeiterin dort konnte diese Fragen auch alle nicht beantworten, bekam aber unseren Ärger ab“, sagte sie. Per Mail geäußerte Bitten, Nachfragen und Beschwerden seien an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet, aber nie beantwortet worden. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich die Ankündigung von Grundschulleiterin Stefanie Neruda, die Einschulungsfeier vom 18. auf den 25. August zu verschieben.

„Eine Begründung dafür haben wir nie bekommen“, sagte die Mutter. Die Änderung hat nach Informationen unserer Zeitung viele Eltern vor Probleme gestellt, weil sie die Feier bereits geplant, Einladungen verschickt und die Räumlichkeiten gebucht hatten. Nun beginnt am Montag, 20. August, zunächst eine Eingewöhnungswoche.

Wüstenberg räumte Probleme in der Anmeldephase ein. „Wir müssen nach dem Umzug in das neue Gebäude erst in den Schulbetrieb hineinwachsen.“ Es gebe Abläufe, die noch nicht so funktionierten wie gewünscht, allerdings seien inzwischen einige korrigierende Maßnahmen auf den Weg gebracht worden. „Wir wissen, wo wir hin müssen und haben zum Beispiel das Team im Sekretariat verstärkt, um noch mehr Kommunikation zu ermöglichen“, so Wüstenberg. Außerdem stehe die neue Homepage, und nun funktioniere auch der Zugriff auf das Intranet.

Unerwartete Umstellung

Eine große Herausforderung bedeutete nach Angaben von Sprecherin Graf die unerwartete Umstellung von einer offene Ganztagsschule auf eine Hortbetreuung nach städtischem Vorbild. „Wir haben ursprünglich eine Betreuung durch die Grundschule von 7 bis 17 Uhr angeboten. Das konnte vertraglich sehr einfach dargestellt werden“, sagte sie. Allerdings stieß dieses Modell bei vielen Eltern auf wenig Gegenliebe. Grund: Wer bereits ein oder mehrere Kinder in einem städtischen Hort hat und auch das nächste hier betreuen lässt, kommt in den Genuss reduzierter Sätze oder sogar einer Beitragsbefreiung. „Das wäre bei der Betreuung durch unsere Schule nicht möglich gewesen, die Eltern hätten die Kosten voll tragen müssen“, so Graf.

Deshalb habe sich die Schulgesellschaft Quickborn als Trägerin der Schule entschieden, dem Wunsch der Eltern nachzukommen und kurzfristig eine Hortbetreuung zu realisieren, die den Vorgaben der Stadt Quickborn entspricht. „Das bedeutete aber, wir mussten innerhalb ganz kurzer Zeit externe Erzieher anwerben, brauchten eigene Räume für den Hort, die nicht schulisch genutzt werden, und mussten dieses Angebot mit eigenen Verträgen absichern“, so Wüstenberg. Das erkläre veränderte Kosten und die neuen Vertragsentwürfe.

Vertrauensvorschuss

„Die Eltern geben ihre Kinder zu uns, das zeugt von einem großen Vertrauensvorschuss“, so der Schulleiter. Um ihn zu rechtfertigen, müsse das Unternehmen an der Kommunikationskultur arbeiten und einige Prozesse einfacher gestalten.

Auf Nachfrage unserer Zeitung nannte Grundschulleiterin Stefanie Neruda pädagogische Gründe für die Verschiebung des Einschulungstermins auf das Ende der Eingewöhnungswoche. „Dann wird diese Zeit für die Kinder viel entspannter sein, und sie können die Schule in Ruhe kennenlernen, bevor wir mit dem Unterricht beginnen“, sagte sie.

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