Hilfe für trauernde Kinderseelen

Oskar heißt die Puppe, die bei den Treffen der Trauergruppen Herzen und Seelen öffnet.
Oskar heißt die Puppe, die bei den Treffen der Trauergruppen Herzen und Seelen öffnet.

Johanniter-Gruppe gibt es im Kreis nur in Quickborn

shz.de von
11. Juli 2018, 16:26 Uhr

Seit rund zehn Jahren gibt es in Quickborn als einzigem Ort im Kreis Pinneberg die Trauergruppen für Kinder der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Hier wird ein Konzept umgesetzt, das im Berliner JUH-Trauerzentrum Lacrima erdacht wurde. Ziel ist es, den Kindern in einem geschützten Raum ihren ganz persönlichen Trauerweg aufzuzeigen. Jetzt sind wieder Plätze frei. „Die Aufarbeitung in den Trauergruppen soll verhindern, dass es nach dem Verlust eines Angehörigen zu einem Trauma kommt“, sagt Verena von Baudissin, die das Projekt für die JUH im Kreis Pinneberg koordiniert. Denn eins könnten die gut ausgebildeten ehrenamtlichen Trauerbegleiter nicht leisten: eine Therapie.

Damit es so weit gar nicht erst kommt, treffen sich vier bis acht Kinder alle 14 Tage für eineinhalb Stunden in einem Raum des JUH-Kindergartens „Wilde 13“ in Quickborns Ricarada-Huch-Straße. Regelmäßiges Kommen ist von Baudissin wichtig, andernfalls habe das ausschließlich spendenfinanzierte Angebot etwas Unverbindliches, und das solle nicht sein. „Die Trauerbegleiterinnen stellen für jedes Treffen ein Programm zusammen“, sagt sie. Damit sich darin jedes Kind wiederfindet, werden vor seiner Aufnahme in die Gruppe in Gesprächen seine Bedürfnisse ermittelt, bevor die Trauerarbeit mit dem Basteln einer Erinnerungskerze beginnt.

Spielen, toben, basteln, laut sein und lesen sind wichtige Bestandteile der Arbeit. Dazu gibt es Rituale, die den Gruppen den Rahmen geben. Dazu gehört der feste Beginn in einem Kreis mit der Gelegenheit für alle Kinder, von ihrem Befinden zu berichten. Derweil werden ihre Eltern in einem Raum nebenan betreut.

Kinder in den JUH-Trauergruppen kommen mit ihren ganz unterschiedlichen Geschichten, haben Geschwister, ein Elternteil oder sogar Vater und Mutter verloren. „Wichtig für die Kinder ist, dass die Bezugsperson in der Nähe und erreichbar ist. Deshalb haben wir in den Gruppen derzeit vor allem Kinder aus Quickborn und Umgebung“, so von Baudissin. Die Altersspanne liegt zwischen vier und 14 Jahren. Wer Kontakt zu ihre aufnehmen möchte, erreicht sie unter Telefon (0 41 06) 65 35 32 oder per E-Mail.


>verena.vonbaudissin@johanniter.de

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