Quickborn : Hier fuhren 53 Jahre die Loren entlang

Im Beisein von Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU, Dritter von links),  sowie Fachbereichtsleiter Carsten Möller (hinten), weihten Irene Lühdorff, Leiterin der Geschichtswerkstatt,  und Mitglieder der Geschichtswerkstatt den Torfbahnweg ein.
Im Beisein von Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU, Dritter von links), sowie Fachbereichtsleiter Carsten Möller (hinten), weihten Irene Lühdorff, Leiterin der Geschichtswerkstatt, und Mitglieder der Geschichtswerkstatt den Torfbahnweg ein.

Torfbahnweg eingeweiht: Ein neues Schild weist auf die historische Strecke hin

von
24. Juni 2014, 10:00 Uhr

„Aktenstudium gilt nicht zu Unrecht als dröge Angelegenheit – aber es kann auch sehr spannend sein“, sagte Irene Lühdorff von der Quickborner Geschichtswerkstatt gestern in ihrer Rede zur Einweihung des Torfbahnwegs. So habe sie kürzlich einen Zeitungsartikel gefunden, in dem über die offizielle Eröffnung des Torfbahnwanderwegs berichtet wurde. Und zwar am 5. Juni 2004, dem damaligen „Tag der Umwelt“. „Also vor etwa genau zehn Jahren. Solche Zufälle gibt es“, sagte sie.

Auf Initiative der Geschichtswerkstatt der Volkshochschule Quickborn sowie auf Empfehlung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Freizeit hatte die Ratsversammlung am 31. März beschlossen, den Fußweg von der Ellerauer Straße, dort wo sich das VHH-Gelände befindet, bis zur Straße Am Mühlenberg „Torfbahnweg“ zu benennen. Dieser Weg ist in Privatbesitz, doch die Eigentümer hatten keine Einwände.

Fachbereichsleiter Carsten Möller enthüllte gestern zusammen mit einem Mitarbeiter des Bauhofs das neue Straßenschild – gegenüber Haushöhe 11. Es sind nur ein paar hundert Meter, aber die sind historisch bedeutsam: Hier fuhr die Torfbahn von 1920 bis 1973. Es ist ein Teilstück innerhalb der 3,5 Kilometer langen Strecke, die die Torfbahn vom Bahnhof durch die innerstädtischen Straßen zum Torfwerk am Himmelmoor zurücklegte.

„Die Torfbahn musste sowohl die Ellerauer als auch die Kieler Straße überqueren“, so Lühdorff. Der Beifahrer stieg ab und brachte den Verkehr mit dem Signal „Halt für Fahrzeuge aller Art“ zum Stehen. Später wurde eine Ampel installiert. „1973 wurden die Schienen abgebaut, aber an einer Stelle an der Kieler Straße sind noch Spuren zu sehen, wo die Schienen verliefen“, berichtete Lühdorff. Sie wies darauf hin, dass 2004 dem Antrag stattgegeben wurde, den Torfwanderweg als Freilichtmuseum in den Kunstführer des Kreises aufzunehmen.

Vor etwa einem Jahr wurden die am Weg aufgestellten Schaukästen, deren Scheiben oft beschlugen oder vereisten, durch Infotafeln ersetzt. „Es sollen weitere Tafeln entlang der Strecke aufgestellt sowie ein neues Infoblatt erstellt werden“, sagte Lühdorff.

Und damit schließt sich der Kreis, denn im Zuge der Arbeiten der Geschichtswerkstatt fiel den Mitarbeitern auf, dass es mitten in Quickborn einen Weg gab, der keinen Namen hatte – seit gestern heißt er offiziell Torfbahnweg.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen