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„Einfach stillhalten und alt werden“ : Heinz Oertel feiert 100. Geburtstag

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Bönningstedter Heinz Oertel feierte mit zahlreichen Gästen und seiner Familie seinen 100. Geburtstag.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Gerade stehen, Bauch einziehen, Füße anheben und Hände waschen. Karin Tiller kann sich noch sehr gut an das erinnern, was ihr Vater Heinz Oertel ihr beigebracht hat. „Dafür möchten wir dir danken, für das, was du uns auf den Lebensweg mitgegeben hast“, sagte Tiller an ihren Vater gerichtet. Es war für die gesamte 18-köpfige Familie ein ganz besonderer Anlass, denn Heinz Oertel feierte inmitten seiner Liebsten und zahlreicher Gäste aus der Gemeinde Bönningstedt und Ellerbek seinen 100. Geburtstag. Er wurde am 14. Oktober 1917 geboren. Tiller erklärte, dass die Familienmitglieder in den vielen Jahren eines besonders gelernt haben: „Vati hat immer recht.“

Seine Töchter kamen für diesen großen Anlass aus Brasilien, London und Frankfurt angereist. Mit im Gepäck die Enkel und Urenkel Oertels. Doch wie sollte die Feier eigentlich aussehen? Diese Frage stellte sich Oertel im Vorwege: „Schweigt man die Sache einfach tot oder macht man ein Volksfest daraus? Naja, scheinbar ist es Zweiteres geworden“, sagte Oertel und lachte. Er freute sich sichtlich über die zahlreichen Gäste, die teilweise das Wort ergriffen, um sich bei Oertel für seine Dienste in den Gemeinden Bönningstedt und Ellerbek zu bedanken.

Danksagungen und Glückwünsche

Im Jahr 1975 gründete er die Volkshochschule Bönningstedt. Außerdem war er viele Jahre als Lehrer an der Ellerbeker Hermann-Löns-Schule tätig. „Und was viele gar nicht wissen: Er war Gründungsmitglied des Ellerbeker Gipfels“, sagte Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP). Der Diskussionsrunde, die heute weiterhin besteht, hat er noch immer nicht den Rücken gekehrt. „Sie sind der einzig Überlebende der ersten Generation“, betonte Hildebrand.

Anke Rohwer-Landberg (Bürger für Bönningstedt), stellvertretende Bürgermeisterin von Bönningstedt, dankte dem Geburtstagskind ebenfalls für seine Dienste für die Gemeinde. „Was immer bleiben wird, wird ihr Name sein“, sagte Rohwer-Landberg und bezog sich auf die eigens nach Oertel benannte Straße in der Gemeinde. Sie übergab ihm neben zahlreichen Urkunden auch ein kleines selbstgebasteltes Geschenk. „In Japan bringt der Kranich Glück, also habe ich Ihnen aus Origami einen gefaltet.“

In einer kleinen Ausstellung mit Bildern und Zeitungsartikeln präsentierte Oertel einschneidende Erlebnisse aus seinem Leben. Dabei blieb ihm die Städtepartnerschaft zwischen Bönningstedt und Seaford besonders in Erinnerung. „Wir haben damals etwas in Gang gesetzt. Es ist eine Partnerschaft von Menschen zustande gekommen“, sagte Oertel. Um auch im Alter noch so fit zu sein, hatte Oertel für die Gäste einen wertvollen Tipp parat: „Man braucht nichts weiter zu tun, als einfach nur stillzuhalten und alt zu werden.“

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