zur Navigation springen

Comenius-Schule : Haus 2: Tauziehen um Sanierungskosten

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die CDU will die Ausgaben für die Erneuerung des Hauses 2 der Comenius-Schule Quickborn auf 750.000 Euro begrenzen.

von
erstellt am 06.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Quickborn | Der Zeitplan für den Umzug der Spiel-i-othek Quickborn aus der Goethe- die Comenius-Schule steht auf wackligen Füßen. Die Stadt hat dem Verein den Wechsel für Anfang 2018 zugesagt, berichtete Helge Maurer, Leiter des Rathausfachbereichs Liegenschaften, während der Sitzung des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen am Dienstag. Allerdings meldete Hauke Meyn im Namen der CDU-Fraktion, wie im März, Beratungsbedarf an und bat um Aufschub des Beschlusses.

Hintergrund: Die Spiel-i-othek soll in das Haus 2 der Gemeinschaftsschule einziehen, das bis dahin von Grund auf erneuert werden soll. Geplant ist, Asbest zu entfernen sowie Türen, Fenster, Heizkörper, Dämmungen, Beleuchtung und das Trinkwassersystem auszutauschen. Die Spiel-i-othek soll das gesamte Erdgeschoss beziehen und dort abgesehen von einer Ausleihe und vielen Spieleregalen eine Küchenzeile, ein Bällebad und eine Puppenecke erhalten. In der ersten Etage soll ein Raum für eine Carrera- und eine Modellbahn reserviert werden. Für die Schule sollen im Obergeschoss zwei Räume zusammengelegt und mit einer Theaterbühne ausgestattet werden.

2014 hatte die Stadt eine Sanierung für 750.000 Euro beschlossen. Jüngst rechnete die Verwaltung aber mit Kosten von etwa 930  000 Euro. Maurer begründete den Unterschied damit, dass allgemein die Baukosten, aber auch die Preise der Bauabnahmen, die Anforderungen an die Sicherheitstechnik und die Trinkwasserhygiene gestiegen seien. Am Donnerstag beriet der Ausschuss zusätzlich über den Einbau von Toiletten für 65  000 Euro. Meyn sagte: „Der CDU ist das Ganze sehr auf den Magen geschlagen. Wir sprachen mal von 750  000 Euro. Wir sind jetzt bei knapp einer Million Euro. Ich würde mir wünschen, wenn wir die 750.000 Euro beibehalten.“ Er stellte die Ausstattung infrage: „Warum brauchen wir eine Theaterbühne? Nebenan haben wir den Artur-Grenz-Saal“, sagte er.

Die Leiterin Susanne von Glasenapp berichtete gestern, dass sich die Schule die Bühne gewünscht hatte. Sie biete als Wahlpflichtunterricht einen Kursus mit dem Schwerpunkt Theaterspiel an. Einige Gruppen probten wöchentlich zwei Stunden lang im Haus 2, ein Kursus sogar vier Stunden lang. „Das ist fast wie ein Hauptfach zu werten“, so die Schulleiterin. „Wenn der Artur-Grenz-Saal belegt ist, können wir ihn nicht nutzen“, sagte sie. Mit einer Bühne könnten die Schüler auch im Haus 2 auftreten.

Gerhard Teepe (SPD) begründete gestern die Notwendigkeit, das Haus mit Toiletten auszustatten. Zurzeit gebe es dort keine WCs. Besucher der Spiel-i-othek müssten über den Schulhof gehen, um die Toiletten im Haus 1 zu benutzen – auch bei Wind und Wetter. Der Weg dürfe nicht überdacht werden, da im Notfall die Feuerwehr zwischen den Gebäuden hindurchfahren müsse. Die Politiker hatten sich über den Preis von 65  000 Euro für zwei WCs erstaunt gezeigt. „Das ist teuer, aber ich bin trotzdem dafür, dass man das umsetzt“, so Teepe. Die Sanierung erfolge gründlich. „Wir hoffen, dass es 40 Jahre hält. Dann ist es auch nicht so teuer“, sagte er. Der Ausschuss beschloss, das Gebäude vor der Sitzung am Dienstag, 9. Mai, zu besichtigen, gab aber bereits Grünes Licht für die Schadstoffsanierung, die während der Sommerferien erfolgen soll. Die Verwaltung soll auch den Bauantrag kurzfristig stellen. Er könne im Nachhinein noch um Toiletten ergänzt werden.

Teepe zufolge behindert dieser Beschluss den Zeitplan nicht. „Er würde sich verzögern, wenn die 750.000 Euro gedeckelt werden“, prophezeite er. Dann würde sich wahrscheinlich keine Firma auf die Ausschreibung bewerben.

Es steht noch nicht fest, wann an der Waldschule in Quickborn neue Räume für 30 Hortkinder fertiggestellt werden können. Wie berichtet, hatte die Verwaltung die Errichtung von Containern oder einem Anbau in Leichtbauweise für etwa 470.000 Euro vorgeschlagen und mit einer Fertigstellung bis Mitte Januar gerechnet. Am Dienstag beschloss aber der Ausschuss für kommunale Dienstleistungen bei Enthaltung des Vorsitzenden Alfred Haack (Grüne) „eine Ausschreibung in werterhaltender, kostengünstiger Systembauweise ohne Container mit einer Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren“. Angesichts dieses Votums für eine dauerhaftere Lösung sagte Helge Maurer, Leiter des Fachbereichs Liegenschaften: „Vielleicht kommen durch die Bauweise noch ein bis zwei Monate dazu.“ Zugleich betonte Haack: „Wir haben damit kein Geld bereitgestellt.“ In der vorhergehenden Diskussion hatte sich Gerhard Teepe (SPD) dagegen ausgesprochen, knapp 500.000 Euro für eine Übergangslösung auszugeben. Wie berichtet, soll die Schule in fünf Jahren von Grund auf saniert werden. Teepe hatte daher vorgeschlagen, für die Dauer von ein bis zwei Jahren günstige Container einzusetzen und bis dahin ein Sanierungskonzept zu erstellen, das auch den Anbau umfasst. Maurer zufolge dürfen aber Container, die nicht dem sogenannten Premiumstandard entsprechen, nur mit einer Sondergenehmigung für den Unterricht eingesetzt werden. Dieses Verfahren würde wiederum mehr Zeit in Anspruch nehmen. Karl-Heinz Marrek (SPD) hatte daran erinnert, dass auch die Kita Zauberbaum in Leichtbauweise für eine Dauer von 20 bis 30 Jahren errichtet worden sei. Maurer gab zu bedenken, dass Firmen, die solche Gebäude realisieren, in der Regel erst Bauprojekte mit einer Größe von mindestens 500 Quadratmeter übernähmen. Der angedachte Anbau soll 270 Quadratmeter umfassen. Zudem sei fraglich, ob dafür die veranschlagte Summe ausreiche.
zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen