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Ellerau : Halter müssen tiefer in die Tasche greifen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ab 2016 werden bis zu 70 Prozent mehr Abgaben für Vierbeiner fällig.

Hundebesitzer müssen in Ellerau künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Gemeindevertretung hat am Donnerstagabend eine Gebührenerhöhung um bis zu 70 Prozent beschlossen. Diese greift bei Hundehaltern mit einem Tier. Diese müssen künftig 85 statt bisher 50 Euro pro Jahr berappen. Die Steuern für zwei Tiere steigen von 80 auf 120 Euro. Ab drei Hunden müssen für jeden 150 statt der bisherigen 130 Euro gezahlt werden.

„Das Gemeindeprüfungsamt hat uns auch ins Aufgabenheft geschrieben, die Hundesteuer zu erhöhen“, begründete Bürgermeister Eckart Urban (SPD) die Maßnahme, die vom BürgerForum angeregt worden war. Dieses hatte für den ersten Hund sogar eine Anhebung der Steuern um 80 Prozent von 50 auf 90 Euro vorgeschlagen. Letztendlich einigten sich die Gemeindevertreter aber auf die gleichen Sätze, die auch in Norderstedt, das für Ellerau die Verwaltung übernimmt, gelten.

„Es macht Sinn, einheitliche Steuersätze zu haben“, sagte Hans Bihl (FDP). Karl-Maria Kwoll (fraktionslos) sprach sich klar gegen die Gebührenerhöhung aus: „Die Hundesteuer wurde im 17. Jahrhundert als Reichensteuer eingeführt. Heute haben viele Senioren, die allein leben und eine kleine Rente haben, einen Hund als Begleiter. Daher bin ich gegen die Erhöhung.“ Sein Alternativvorschlag: „Ich bin für eine Steuer der Sauberkeit. Wer erwischt wird, dass er die Hinterlassenschaften seines Tieres nicht beseitigt, muss zahlen.“ Es gebe auch keine Katzen- oder Wellensittichsteuer, sagte er und betonte: „Wo bleibt da die Gerechtigkeit?“ Dann schränkte er jedoch ein: „Das letzte war natürlich ein Scherz.“

„Es ist legitim, dass man als Steuerpflichtiger von der jeweiligen Steuer Abstand nehmen will“, sagte Urban, ergänzte aber: „Wir haben die Hundesteuer seit zwölf Jahren nicht erhöht. Wenn man es auf den Monat umrechnet, ist es vermutlich weniger als eine Schachtel Zigaretten.“ Er könne die Verärgerung der Hundebesitzer allerdings verstehen. Rolf Schröder (CDU) mahnte: „Der Zeitpunkt ist unglücklich gewählt, den Bürgern kurz vor Weihnachten dieses Geschenk zu machen.“ Laut Silke Harm, Leiterin des Bürgerservices Ellerau, nehme die Gemeinde durch die Hundesteuer jährlich 121  100 Euro ein.

Zudem verabschiedete die Gemeindevertretung eine neue Hundesteuersatzung. Was die Besteuerung für als gefährlich eingestufte Hunde angeht, wolle man sich an dem Vorschlag des Städte- und Gemeindebunds orientieren. Der Vorschlag von Peter Groth (BürgerForum), eine Sozialstaffel einzubauen, wurde trotz großer Zustimmung zunächst vertagt. Zunächst müsse, wie in Norderstedt, eine Sozialkarte eingeführt werden, erläuterte Harm. Damit wollen sich die Ellerauer Gemeindevertreter 2016 auseinandersetzen.

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erstellt am 19.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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