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AKN-Elektrifizierung: S-Bahn bis Hamburg : Grünes Signal aus der Hansestadt

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Arbeitskreiskonferenz „AKN-Linie A 1“: Die Bürgerschaft spricht sich für den zügigen Ausbau aus. In wenigen Wochen soll die Kosten-Nutzen-Analyse vorliegen.

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erstellt am 04.Apr.2014 | 13:00 Uhr

Quickborn | Eckart Urban (SPD), Elleraus Bürgermeister, hätte keine besseren Einleitungsworte finden können: „Vor über 100 Jahren war der Bau der AKN ein wichtiger Schritt für den Aufschwung von Ellerau und Quickborn. Wir sind froh und dankbar, dass wir die AKN haben.“

Jetzt steht eine wichtige Weichenstellung bevor: der Umbau der etwa 30 Kilometer langen AKN-Strecke von Kaltenkirchen über Ellerau und Quickborn nach Eidelstedt zu einer elektrifizierten S-Bahn-Linie. Die direkte Durchfahrt zum Hamburger Hauptbahnhof, ohne in Eidelstedt umzusteigen, wäre damit gewährleistet.

Am späten Mittwochnachmittag trafen sich die Mitglieder der Arbeitskreiskonferenz „AKN-Linie A 1“ auf Einladung von Urban im Ellerauer Bürgerhaus. Bei Kaffee und Kuchen. Aber es solle kein Kaffeeplausch werden, so Urban. Vertreter der Quickborner Fraktionen (SPD, CDU und Grüne) nahmen ebenfalls an dem Treffen teil. Insgesamt waren es 47 Teilnehmer.

„Wir erwarten in wenigen Wochen die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung“, berichtete Wolfgang Seyb (Vorstand AKN). Sie war in Auftrag gegeben worden, um den Kosten-Nutzen-Faktor zu ermitteln. „Um volkswirtschaftlich zu sein, muss der Faktor über eins sein. Dann gibt es Bundesfördergelder“, sagte Seyb. „Wir wissen schon, dass das Ergebnis positiv ist. Es gibt zwar noch keinen endgültigen Abschlussbericht, aber der Faktor wird über eins sein.“ Der Landtag in Kiel hatte bereits erste Ergebnisse veröffentlicht.

Liegt das Gutachten vor, müssen Schleswig-Holstein und Hamburg entscheiden, ob sie zu dem Projekt stehen und es realisieren wollen. Die Kosten betragen 75 Millionen Euro – 50 Millionen Euro für die Elektrifizierung (Stromnetz und Oberleitungen) und 25 Millionen für den zweigleisigen Ausbau der Strecke Quickborn – Tanneneck. Dort ist das Schienennetz noch eingleisig. Der Bau wird vom Bund mit 60 Prozent gefördert.

„Es ist ein Projekt, das in Hamburg auf breite politische Zustimmung stößt. Hamburg steht dahinter“, sagte Ole Thorben Buschhüter (SPD), Mitglied der Hamburgerischen Bürgerschaft und Vorsitzender des Verkehrsausschusses, während des Treffens.

Wie ernst es Hamburg meint, verdeutlichte Buschhüter, indem er auf einen Beschluss aus dem Monat Februar hinwies. Dort heißt es, die Bürgerschaft bekräftigt die Notwendigkeit des zügigen Ausbaus von S 4 und S 21, um Hamburg auf der Schiene enger mit dem Umland zu verbinden.

Buschhüter fügte jedoch an, dass die S4 für Hamburg nicht zuletzt wegen ihrer Entlastungswirkung für den Fern- und Regionalbahnteil des Hamburger Hauptbahnhofs noch wichtiger als die S 21 nach Kaltenkirchen sei. „Der entscheidende Punkt ist, dass die Planungen für die S 4 deutlich länger dauern als bei der S-Bahn-Strecke nach Kaltenkirchen.“

Zustimmung gab es auch von dem verkehrspolitischen Sprecher der Landtagsfraktion Kai Vogel (SPD): Die Landesregierung wolle die Elektrifizierung der S 21. Es sei ein gemeinsames Projekt, das gemeinsam finanziert werde, sagte er.

Ein kleines Problem sei die Elbgaustraße – ein wichtiger Umsteigebahnhof. „Dort sollen genauso viele Züge hinfahren wie bisher“, so Buschhüter. Ersatz zu schaffen, sei wichtig. Es gebe noch keine Einigung.

Sollte es grünes Licht für die Elektrifizierung geben, würde die AKN Kaltenkirchen schon dieses Jahr loslegen mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. 2015 könnte das Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht werden. Baubeginn wäre frühestens ab 2018. Seyb hält es für realistisch, dass die S-Bahn ab 2020 fahren werde.

Kleiner Wermutstropfen: In der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wird die Tieferlegung des AKN-Übergangs auf der Bahnstraße in Nähe des Ellerauer Rathauses nicht berücksichtigt, teilte Seyb mit. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dieses Projekt nach dem gesonderten Eisenbahnkreuzungsgesetz auf den Weg zu bringen.

„Die Elektrifizierung ist ein Projekt, das positive Effekte hat“, sagte Seyb. Sollte es realisiert werden, so würde es einen Anstieg der Fahrgastzahlen um 90 Prozent geben. Das wären jährlich 11 700 Fahrgäste mehr als zuvor. Jetzt sind es 12.200. Auch das ist in der Kosten-Nutzen-Analyse nachzulesen. „Wo mehr Züge fahren, sind mehr Fahrgäste“, so Seyb.

„Die Ergebnisstudie ist ein volles Pfund“, sagte Jutta Hartwieg, Landrätin des Kreises Segeberg. Die Bretter seien zwar dick, aber dann müsste eben weitergebohrt werden. Sie will das Thema immer wieder in Konferenzen und dann, wenn viele Menschen zusammenkommen, zur Sprache bringen und in die Netzwerke eingeben. Die Arbeitskreiskonferenz war dafür ein gutes Forum.

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