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Quickborner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 09:40 Uhr

Quickborn : Gronauquerung bleibt umstritten

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Expertise: Projekt kostet etwa zehn Millionen Euro. Lkw-Verbot nicht geprüft.

von
erstellt am 15.Nov.2014 | 16:37 Uhr

Quickborn | „Wir werden jetzt die Schriftform der Expertise abwarten und dann weiterdiskutieren“ – das sagte Wolfgang Tröger (SPD) nach der Vorstellung der Machbarkeitsstudie zur Gronauquerung. Gerko Santel vom Unternehmen SHP Ingenieure aus Hannover und Diplom-Ingenieurin Nicole Petersen von der Firma TGP aus Kiel stellten sie am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vor.

Eines dürfte sicher sein: Das Projekt bleibt umstritten. Lediglich die CDU ist davon voll und ganz überzeugt. Seit Donnerstagabend dürfte die CDU auch die FDP nicht mehr auf ihrer Seite haben.

Darum geht es: Angestrebt wird eine Verbindungsstraße von Quickborn-Heide in den Ortskern, um die stark vom Verkehr belastete L 76 zu entlasten. Wie berichtet, favorisieren die Experten die Variante eins: Sie verläuft über die Bestandstrasse und über die bestehende Gronauquerung, vom Ohlmöhlenweg und der Feldbehnstraße in Richtung Ortsmitte. Rechts am Rodelberg würde die Straße abknicken und auf die neue Straße zur Malchower Brücke und dem dortigen Kreisel führen. Weil die alte Brücke über die Gronau marode ist, müsste eine neue her. „Sie hätte eine Spannweite von acht Metern“, sagte Santel. Die Knickstrukturen sollen nach Möglichkeit beibehalten werden. Ein Geh- und Radweg ist ebenso vorgesehen.

Bei der zweiten Variante würde die neue Straße der 380 KV-Leitungstrasse folgen und die Gronau unter den Leitungen überqueren und zur Malchower Brücke weiterverlaufen. Die Feldbehnstraße würde im nördlichen Bereich für den Auto-Verkehr gesperrt.

Die dritte Variante sieht vor, die neue Ortsverbindungsstraße nicht an den Kreisverkehr anzuschließen, sondern im Westen an die L 76. Das wäre allerdings nicht ohne ein neues Brückenbauwerk über die AKN-Schienen möglich. Dass alle Varianten erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Natur haben, wie die Expertin Petersen betonte, sollte im Protokoll stehen, forderte Tröger.

Nichtsdestotrotz sei die Variante eins am einfachsten zu realisieren. Sie führe zu einer Entlastung der L 76. Diese Variante habe auch die geringsten nachteiligen Auswirkungen, so die Expertin. Da es sich um ein Fauna-Flora-Habitat handelt, kommt die Stadt jedoch nicht darum herum, sich die Erlaubnis von der EU zu holen. Zulassungsrisiken ergeben sich auch wegen der Beeinträchtigung der Auenwälder.

Annabell Krämer (FDP) wollte wissen, ob die Experten auch die Variante überprüft hätten, bei der der Lkw-Verkehr auf der neuen Ortsverbindungsstraße ausgeschlossen wird. Das sei ein Beschluss der Ratsversammlung gewesen und genau deswegen hätte die FDP dafür gestimmt, die Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Nein, das habe man nicht parallel vertieft, antwortete Santel. „Eine solche Unterscheidung kann man nicht machen“, ergänzte er – zumal mit der neuen Straße ein Gewerbegebiet angeschlossen werden soll.

Auch die Kosten kamen zur Sprache. Sie werden auf etwas zehn Millionen Euro geschätzt – inklusive Brücke. „Wo soll man das Geld hernehmen?“, wollte der Quickborner Bürger Peter Gudelius wissen. „Ich glaube nicht, dass wir keine Zuschüsse bekommen. Durch die Entwicklung des Gewerbegebiets generieren wir Einnahmen, mit denen wir die Brücke bezahlen können“, sagte Wolfgang Kluge (CDU). Für ihn war die Sitzung eine Premiere: Am Donnerstag war er erstmals Ausschussvorsitzender.

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