Quickborn : Goethe-Schüler müssen umsiedeln

Noch in Betrieb: Die alte Goethe-Grundschule.
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Noch in Betrieb: Die alte Goethe-Grundschule.

Hitziger Debatte in der Ratsversammlung - doch die Wünsche der Eltern finden bei der Politik kein Gehör.

shz.de von
29. November 2013, 12:00 Uhr

Am Montagabend unterstützte die FDP in der Ratsversammlung die CDU, um die Machbarkeitsstudie für die Gronauquerung auf den Weg zu bringen. Die Christdemokraten zeigten sich dafür aber nicht erkenntlich: Sie stimmten zusammen mit der SPD im Bildungsausschuss am Mittwochabend gegen den Antrag der FDP, den Standort der Goethe-Schule beizubehalten. Die Grünen stimmten für den FDP-Antrag. Damit bleibt der Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2007 gültig: Die Schüler werden ins Schulzentrum Süd umsiedeln, sobald dort die Klassenräume fertig sind, und Goethe-Schule und Elsensee-Gymnasium koexistieren. Geplanter Umzug: 2018.

Allerdings sehr zum Ärger vieler Eltern, die den Ausschuss besuchten und immer wieder die Argumente von Annabell Krämer (FDP) mit Beifall honorierten. Im Wesentlichen wollen FDP, Eltern und auch die Schulleitung am alten Ort bleiben, weil sie eine erhöhte Strahlung der geplanten 380 kV-Leitung am Schulzentrum Süd befürchten sowie davon ausgehen, dass dort nicht mehr genügend Platz sein wird, um einerseits eine Dreizügigkeit für die Grundschule und andererseits ein faires Angebot von G-9-Plätzen am Elsensee-Gymnasium zu garantieren. „Dann werden die G-9-Plätze im Losverfahren ausgewählt“, kritisierte Krämer. Laut Schülerprognose hält die Verwaltung eine Dreizügigkeit für realistisch und der G-9-Zug sei in Quickborn eine Ausnahme.

Hitzig wurde die Debatte, als Ernst Stilke das Wort ergriff und im Laufe seines Vortrags provokant von einer „Zwangsumsiedlung“ der Goethe-Schule sprach. Der Elternvertreter kam mit neuen Argumenten: „Wir haben uns 50 Stunden mit dem Thema beschäftigt“, sagte er. Der Grundsatzbeschluss basiere auf der falschen Annahme, dass die Grundschule asbestverseucht sei. „Das ist nicht der Fall. Es gibt kein Asbestproblem“, sagte er. Es gebe Eternitplatten im Dachbereich und im Hauptgebäude hinter den Heizkörpern.

Die Zahlen von der Verwaltung nannte er „Tinnef“. Die Schülerprognosezahlen seien flexible Stellgrößen – Stilke zweifelt sie an. Man habe die Grundschule verrotten lassen. Dennoch käme eine Sanierung billiger als im Schulzentrum Süd umzubauen. „Nach Abzug der Gelder, die man für Sanierungs- und Investitionsstaus eingespart hat, betragen die Kosten für die Erneuerung der Goethe-Schule 1,5 Millionen Euro“, so Stilke.

Dann wurde es Ralf Gercken, der für das Schulmanagement der Stadt zuständig ist, zu bunt: Er drehte den Lautstärkeregler des Mikrofons runter – Stilke war nicht mehr zu hören, nahm es aber gelassen. „Ich weise alle Aussagen zurück. Sie sind nicht richtig“, sagte Gercken. Zu den Zahlen, die Stilke und Krämer nannten, wollte er keine Stellungnahme abgeben. Sie seien für Gercken nicht nachvollziehbar.

Wenig Zuspruch gab es auch von CDU und SPD: „Warum habt Ihr Eure Bedenken nicht 2007 eingebracht? Jetzt müsst Ihr damit leben“, sagte Daniela Ziri (SPD). Und Andreas Torn (CDU) kritisierte: „Das hat keine Grundlage. Es dreht sich alles nur um Zahlen. Wo sind die Kinder dabei geblieben?“

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