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Ellerau : Gesundheitsrisiko: 14.000 Autos täglich

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Lärmaktionsplan: Anwohner der Bahnstraße sind stark belastet.

Ellerau | Die Einwohnerversammlung in Ellerau sorgte am Mittwochabend für großen Andrang im Bürgerhaus. Die Themen Lärmaktionsplan, Kanalfernaugenuntersuchung und Flüchtlingssituation – und interessierten 230 Bürger, die der Einladung der Gemeinde folgten.

Bürgermeister Eckart Urban (SPD) freute sich über die große Besucherzahl und erklärte: „Mit dem Lärmaktionsplan folgen wir EU-Richtlinien und der Vorschrift, die Bürger zu beteiligen.“ Bei Überschreitungen bestimmter Lärmpegel an Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8000 Fahrzeugen pro Tag sei ein derartiger Plan anzufertigen, erläuterte der Bürgermeister.

Dann begrüßte er Anne Ganter vom Amt „Nachhaltiges Norderstedt“, der früheren Umweltbehörde, die die geplanten Maßnahmen zur Lärmminderung und Vorschläge für ruhige Gebiete vorstellte. Für Ellerau geht es demnach vor allem um die Dauerlärmbelastung durch den Straßenverkähr auf dem Abschnitt der Bahnstraße (L76) zwischen Berliner Damm und Friedrichsgaber Straße, der täglich von 14.000 Fahrzeugen befahren wird.

Neu ist die Erfassung der durch den Bahnverkehr beeinträchtigten Ellerauer. Es seien jedoch deutlich weniger Anwohner vom Lärm des Schienenverkehrs betroffen als von dem des Straßenverkehrs, berichtete Ganter. Zudem lägen die Lärmbelastungen durch den Betrieb der AKN-Strecke unterhalb der angesetzten Schwelle. Ganter informierte darüber, dass die Anwohner von Straßen mit einem Schallpegelbereich von 65dB (A) am Tag und 55dB (A) in der Nacht mit gesundheitlichen Schäden rechnen müssten – so wie eben im Bereich der Bahnstraße.

Handlungsspielraum ist vorgesehen

Bei diesen Grenzwerten sehe der Plan einen Handlungsspielraum zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdung vor. „Das können Geschwindigkeitsbegrenzungen, bauliche Maßnahmen, Abstand der Wohnbebauung, Änderung der Verkehrsmittelwahl und der Erhalt von ruhigen Gebieten sein“, erklärte Ganter anhand einer Präsentation. Werde zum Beispiel Flüsterasphalt in einem betroffenen Bereich verwendet, sinke die Belastung um fünf db (A). Auch eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometern nachts von der Gronau bis zur Friedrichsgaber Straße reduziere den Lärmpegel deutlich. In B-Plänen solle von Wohnbebauung an Hauptverkehrsstraßen absehen und Ruhegebiete eingerichtet werden, appellierte Ganter. Erstmals ist laut Ganter im Ellerauer Lärmaktionsplan ein solches Gebiet beschrieben. Es handelt sich dabei um die Fläche Herrendamm/Buschweg westlich und östlich der Autobahn 7. Sie müsse vor einer Zunahme des Lärms geschützt werden, so Ganter. Gleiches gilt für Wohngebäude an der Moortwiete, am Tanneneckweg und an der Straße „To’n Kroog“, wo laut Gutachten ebenfalls Ergebnisse jenseits der Grenzwerte verzeichnet wurden.

Nicht alle der vorgestellten Maßnahmen überzeugten die Zuhörer. So befürchtet einer, dass bei Tempo 30 die Belastung durch Abgase stärker gesundheitsschädigend sei als die durch Lärm. Ein anderer Besucher schlug vor: „Die beste Lärmschutzmaßnahme ist es, den Autobahnzubringer, die L76, von Quickborn durch das Gronautal zu führen – damit reduziert sich der Verkehrslärm auf ein Minimum.“ Urban erklärte, dass es für Quickborn ebenfalls einen Lärmaktionsplan gebe.

„Wir haben hier einen Schulterschluss und eine positive Zusammenarbeit hinsichtlich der L76“, betonte der Bürgermeister. Ganter schloss ihren Vortrag mit einem Appell an die Ellerauer: „Der Prozess geht weiter. Nutzen Sie Ihre Chance, während der öffentlichen Auslegung vom 1. Februar bis 1. März Stellungnahmen, Einwendungen und Anregungen abzugeben.“

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