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Quickborn : Generationenübergreifendes Wohnprojekt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die meisten Bewohner der Wohnanlage „Quick-Borns“ sind bereits eingezogen. Nur wenige Familien konnten angelockt werden.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Quickborn | Das helle neue Gebäude mit dem Flachdach glitzert in der Sonne. Nur die Beete der Außenanlage bestehen bisher nur aus dunklem Sand – von Blumen keine Spur. Ansonsten ist die Wohnanlage für Jung und Alt am Amselweg in Quickborn fertig. Bis Ende des Monats sind auch die letzten zwei der 27 Parteien eingezogen. Bleibt die Frage, ob das Projekt „Quick-Borns“ wirklich generationenübergreifend ist, oder eben doch nur eine Seniorenwohnanlage.

Einen sehr jungen Bewohner gibt es zumindest: Ein zehn Monate altes Baby ist gerade mit seinen Eltern eingezogen. Und Lennart Salge ist mit seinen 15 Jahren natürlich auch kein Senior. So wie er wohnen auch andere Jugendliche mit ihren Eltern in dem Komplex.

Eigentlich wollte die Wohngenossenschaft aber junge Familien anlocken, gibt Ingeborgs Alsleben vom Vorstand zu. Die Gründe für die mangelnde Resonanz sehen die Anteilseigner darin, dass junge Familien eher an Einfamilienhäusern interessiert seien. „Da stehen noch andere Konzepte im Vordergrund“, mutmaßt Bewohner Christian Salge. Dennoch glaubt er weiter an die Idee. In Hamburg seien solche Anlagen weit verbreitet. Es sei für junge Familien sehr praktisch, wenn die Älteren mal auf die Kinder aufpassen könnten und die Eltern die Senioren beim Einkaufen unterstützen würden. Auch die junge Familie in Quickborn habe bereits ihre Hilfe angeboten. Noch seien aber alle im Umzugsstress.

Dadurch, dass die Anteile auch vererbbar sind, versprechen sich die Eigner junge Mieter in der Zukunft. Mit der jetzigen Konstellation sind die Parteien allerdings auch zufrieden. Zu den Bewohnern, die bereits eingerichtet sind, gehören Siegfried Holtz und seine Ehefrau Hildegard Reese-Holtz. Nur die Küche im Wohnzimmer sei gewöhnungsbedürftig, geben sie zu. Und einige Möbel hätten sie leider zurücklassen müssen, denn so viel Platz wie in einem ganzen Haus haben sie natürlich nicht mehr. Das Paar ist aber zufrieden mit der Bleibe und freut sich darauf, dort die Ostertage zu verbringen. „Es ist ein völlig anderes nach Hause Kommen“, findet sie. „Es ist hier viel familiärer als in anderen Wohnhäusern.“ Sie habe sich zwar erst an das neue Heim gewöhnen müssen – sie hatte vorher 30 Jahre lang in einem Eigenheim gewohnt – aber jetzt fühle sie sich wohl.

Die Gründe, in den Komplex zu ziehen, liegen auf der Hand: „Man wird ja immer älter. Wenn man einen Unfall hat, ist es zu spät, nach etwas Passendem zu suchen“, glaubt Reese-Holtz. Auch für Alsleben wäre eine Seniorenanlage nie infrage gekommen. „So möchte ich nicht wohnen. Dann erlebt man doch nur die Schwere des Lebens und streitet sich um Nichtigkeiten. Kinder aufwachsen zu sehen, bereichert das Leben ungemein.“

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